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	<title>Infobriefe | Europäische Vereinigung Freier Denker</title>
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	<description>Was Europa für mich tut&#039;Europa</description>
	<lastBuildDate>Sat, 02 May 2026 11:02:22 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Infobriefe | Europäische Vereinigung Freier Denker</title>
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	<item>
		<title>Antwort an COMECE zu "My voice, My choice" (Meine Stimme, meine Wahl)</title>
		<link>https://aepl.eu/de/reponse-a-la-comece-sur-my-voice-my-choice/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Nicolas Elbo]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 May 2026 21:59:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Info Lettres]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Antwort auf die Erklärung des COMECE-Vorsitzes zur Entscheidung der Europäischen Kommission bezüglich der Europäischen Bürgerinitiative «My voice, My choice». Sehr geehrte Herren Bischöfe, wir haben Ihre Stellungnahmen1 zum Antrag auf...</p>
<p>The post <a href="https://aepl.eu/de/reponse-a-la-comece-sur-my-voice-my-choice/">Réponse à la COMECE sur « My voice, My choice »</a> appeared first on <a href="https://aepl.eu/de">Association Européenne de la Pensée Libre</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Antwort auf die Erklärung des COMECE-Vorsitzes zur Entscheidung der Europäischen Kommission über die Europäische Bürgerinitiative "My voice, My choice" (Meine Stimme, meine Wahl).</h2>
<h3>Meine Herren Bischöfe,</h3>
<p>Wir haben Ihre Meinungen zur Kenntnis genommen<sup>1</sup> zum Antrag der Bürgerinitiative "My voice, My choice" (Meine Stimme, meine Wahl) zum Thema Abtreibung. Wir respektieren das Recht aller Menschen auf religiöse Meinungsfreiheit und wollen in unserer Wahlfreiheit respektiert werden. Ihre Anordnungen richten sich an diejenigen, die Ihre Ansichten teilen, und ausschließlich an sie. Wir, die Unterzeichner dieses Briefes, respektieren die Rechte und Meinungen jedes Einzelnen, und es wäre wünschenswert, dass Sie diesen Gebrauch auch akzeptieren, was aus Ihrer nicht toleranten Nachricht nicht hervorgeht!</p>
<p>Sie schreiben: <em>"Die direkte Abtreibung verstößt schwerwiegend gegen das Sittengesetz. Dies ist die ständige Lehre der katholischen Kirche".</em></p>
<p>Wir können uns weder von Ihren Dogmen noch von Ihrer religiösen Moral beeinflussen lassen. Zusammenleben bedeutet, tolerant zu sein und nicht allen und jedem den Glauben und die Kultur einiger weniger aufzuzwingen. Respektieren Sie Ihre Moralgesetze und lassen Sie uns die unseren, die Freiheit der Wahl! Die Morallehre der katholischen Kirche darf nicht anwendbar sein auf <em><strong>Alle und Alle</strong></em>...und zwar bedingungslos.</p>
<p>Und noch weiter schreiben Sie: <em>"Die wissenschaftliche Forschung bestätigt zunehmend, dass mit der Befruchtung ein neues menschliches Wesen ins Dasein tritt, das mit einer ihm innewohnenden Würde ausgestattet ist und den grundlegenden Schutz verdient, der jedem menschlichen Leben zusteht."</em></p>
<p>Es ist nicht fair, Frauen, die eine Abtreibung vornehmen, wegen Missachtung des Lebens zu verurteilen, während Sie nicht <strong><em>nicht immer</em> </strong>Diejenigen, die Millionen von Männern und Frauen aus Gründen der wirtschaftlichen, politischen oder religiösen Vormachtstellung in den Krieg schicken, und Sie erzählen uns von Respekt vor dem Menschen, Sie, die Sie doch sehr lange gedeckt haben und die Justiz nicht oft oder gar nicht auf nachgewiesene pädophile Handlungen von Mitgliedern des Klerus hingewiesen haben...</p>
<p>Es ist eine Verfehlung des <em><strong>grundlegende Achtung vor jedem menschlichen Leben</strong></em>.</p>
<p>Was Sie betrifft, so gehen wir davon aus, dass unser Schreiben keine Auswirkungen auf Ihre Meinung haben wird.</p>
<h3>Aber</h3>
<p>Wir glauben, dass wir mit jedem Tag, der vergeht, dem Tag näher kommen, an dem Männer und Frauen, die dies wünschen, nach ihren eigenen Überlegungen leben können, frei von jeglichen Dogmen. Ohne Angst vor Gott oder dem Teufel.</p>
<p>Ich freue mich darauf, von Ihnen zu lesen,<em><br />
Frauen, die Widerstand leisten.</em></p>
<p>[1] <a href="https://www.comece.eu/wp-content/uploads/sites/2/2026/03/20260304-My-Voice-My-Choice-EC-Reply-FR.pdf" target="_blank" rel="noopener">Lesen Sie das Kommuniqué auf der COMECE-Website</a></p><p>The post <a href="https://aepl.eu/de/reponse-a-la-comece-sur-my-voice-my-choice/">Réponse à la COMECE sur « My voice, My choice »</a> appeared first on <a href="https://aepl.eu/de">Association Européenne de la Pensée Libre</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Une stratégie pour l&#8217;IA de l&#8217;UE : transformer les contraintes en avantages compétitifs !</title>
		<link>https://aepl.eu/de/eine-strategie-fur-lia-de-lue-um-einschrankungen-in-wettbewerbsvorteile-umzuwandeln/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Guy T hooft]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Mar 2026 10:20:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Info Lettres]]></category>
		<guid ispermalink="false">https://aepl.eu/?p=1017</guid>

					<description><![CDATA[<p>KI-STRATEGIE DER EUROPÄISCHEN UNION: UMWANDLUNG VON BEDINGUNGEN IN WETTBEWERBSVORTEILE Hedi Blili-Gouyou und Guy T'hooft I. EINLEITUNG - DAS EUROPÄISCHE PARADOXUS Die vorherrschende Erzählung über die digitale Strategie Europas hat sich um eine alarmierende Feststellung herum herauskristallisiert: Europa würde unwiderruflich den Anschluss an die...</p>
<p>The post <a href="https://aepl.eu/de/eine-strategie-fur-lia-de-lue-um-einschrankungen-in-wettbewerbsvorteile-umzuwandeln/">Une stratégie pour l&rsquo;IA de l&rsquo;UE : transformer les contraintes en avantages compétitifs !</a> appeared first on <a href="https://aepl.eu/de">Association Européenne de la Pensée Libre</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h1>IA-STRATEGIE DER EUROPÄISCHEN UNION: ZWÄNGE IN WETTBEWERBSVORTEILE UMWANDELN</h1>
<h2 style="text-align: center;"><em>Hedi Blili-Gouyou und Guy T'hooft</em></h2>
<h2>I. EINLEITUNG - DAS EUROPÄISCHE PARADOXON</h2>
<p>Die vorherrschende Erzählung über die Digitale Agenda Europas hat sich um eine alarmierende Feststellung herum herauskristallisiert: Europa werde den "Wettlauf um die künstliche Intelligenz" unwiderruflich verlieren. Diese Rhetorik der angekündigten Niederlage strukturiert nunmehr die politischen Debatten und orientiert die Haushaltsentscheidungen, wodurch eine Art strategischer Fatalismus genährt wird. Angesichts der amerikanischen und chinesischen Ökosysteme scheint die Europäische Union zu einer untergeordneten Rolle verurteilt zu sein: die eines peniblen Regulierers, der nicht in der Lage ist, seine eigenen technologischen Champions hervorzubringen, und der sich in seinen normativen Widersprüchen verheddert.</p>
<p>In diesem Papier soll aufgezeigt werden, dass diese Diagnose auf einem grundlegenden methodischen Fehler beruht. Sie überträgt mechanisch Erfolgskriterien, die anderswo geprägt wurden, auf Europa, ohne deren Relevanz oder Nachhaltigkeit zu hinterfragen. Das Fehlen europäischer Gegenstücke zu OpenAI oder Tencent ist nur dann eine Schwäche, wenn man implizit annimmt, dass das Modell der oligopolistischen Konzentration den unüberwindbaren Horizont der technologischen Innovation darstellt.</p>
<p><strong>Unsere zentrale These kehrt diese Perspektive um</strong> : Die strukturellen Merkmale des europäischen Ökosystems - institutionelle Fragmentierung, normative Anforderungen, Vorrang der Grundrechte - sind keine konjunkturellen Handicaps, die es zu überwinden gilt, sondern die Grundlagen für ein alternatives Wirtschaftsmodell, das potenziell widerstandsfähiger und langfristig rentabler ist. Ethik ist keine äußere Innovationsbremse, sondern eine Infrastruktur des Vertrauens, die zu einem dauerhaften Wettbewerbsvorteil werden kann.<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>.</p>
<p>Diese Hypothese stützt sich auf eine systemische Analyse von vier vermeintlichen "Schwächen" der europäischen Strategie: das Fehlen industrieller Champions, die Komplexität des AI Act, die Mehrdeutigkeit des "dritten Weges" und kritische technologische Abhängigkeiten. Für jede dieser Schwächen werden wir aufzeigen, wie eine erneuerte strategische Lesart es ermöglicht, transformative Handlungshebel zu identifizieren.</p>
<p>Die Herausforderung geht weit über den wirtschaftlichen Wettbewerb hinaus. Es geht um die Fähigkeit Europas, eine Form der technologischen Macht zu verkörpern, die nicht auf die zivilisatorischen Errungenschaften des liberalen Konstitutionalismus verzichtet.<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a>. Kein anderer geopolitischer Raum trägt diese Verantwortung - und besitzt auch nicht die historische Legitimität dazu. Es geht also nicht darum, sich zwischen Innovation und Grundrechten zu entscheiden, sondern darum, empirisch zu beweisen, dass das eine ohne das andere nicht dauerhaft existieren kann.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>II. DAS FEHLEN VON INDUSTRIECHAMPIONS: ÜBERDENKEN DES MACHTMODELLS</h2>
<h3>A. Der klassische Vorwurf: eine techno-nationalistische Lesart der Wettbewerbsfähigkeit</h3>
<p>Die Diagnose, dass die europäische Strategie gescheitert ist, beruht auf einem Triptychon scheinbar unerbittlicher Argumente. Erstens: Das Fehlen von Technologiegiganten, die mit OpenAI, Google DeepMind oder Anthropic vergleichbar wären, deutet auf eine strukturelle Unfähigkeit hin, die für bahnbrechende wissenschaftliche Durchbrüche erforderlichen Ressourcen zu mobilisieren. Zweitens würde die Fragmentierung des Marktes in 27 nationale Ökosysteme die Entstehung von Skaleneffekten verhindern, die für den Antrieb wettbewerbsfähiger Gründungsmodelle unerlässlich sind. Drittens würde die chronische Unterkapitalisierung europäischer Start-ups - die im Durchschnitt viermal weniger Kapital aufbringen als ihre amerikanischen Kollegen in der Serie-B-Phase - die europäische Innovation zu einer Art angeborenem Zwergenwuchs verurteilen.</p>
<p>Diese Betrachtungsweise, so verbreitet sie in den Kreisen der Entscheidungsträger auch sein mag, leidet an einem entscheidenden Mangel: Sie naturalisiert ein Modell der technologischen Macht - die oligopolistische Konzentration -, ohne dessen versteckte Kosten oder Nachhaltigkeit zu hinterfragen. Wie der Europäische Rechnungshof in seinem Bericht (2024) betont<a href="#_ftn3" name="_ftnref3">[3]</a>Die Bewertung der Leistung darf sich nicht auf quantitative Indikatoren der Marktkapitalisierung beschränken, da sonst die Gefahr besteht, dass die qualitativen Veränderungen des Innovationsökosystems verpasst werden".</p>
<h3>B. Die strategische Gegenlektüre: Monopolanfälligkeiten und verteilte Widerstandsfähigkeit</h3>
<ol>
<li><strong> Die systemische Anfälligkeit des Zusammenschlusses</strong></li>
</ol>
<p>Die derzeitige Architektur der globalen digitalen Infrastruktur beruht auf einem gefährlichen Paradoxon: der fast vollständigen Abhängigkeit von einer begrenzten Anzahl privater Akteure für lebenswichtige Funktionen. Der Ausfall der Amazon Web Services am 7. Dezember 2021, der weniger als sechs Stunden dauerte, verursachte einen weltweiten wirtschaftlichen Schaden von schätzungsweise 3,5 Milliarden Euro und legte wichtige Dienste lahm - vom öffentlichen Gesundheitswesen bis zum Flugverkehr. Diese Verwundbarkeit ist nicht konjunkturell, sondern strukturell bedingt: Sie ist eine direkte Folge des Konzentrationsmodells, das Europa angeblich reproduzieren soll.</p>
<p>Umgekehrt erzeugt ein verteiltes Ökosystem - genau das, was die europäische Fragmentierung spontan hervorbringt - eine Form von systemischer Resilienz. Die Vervielfachung der Innovationspunkte ist weit davon entfernt, eine Verschwendung von Ressourcen darzustellen, sondern funktioniert wie eine strategische Redundanz. In einem geopolitischen Kontext, der von steigenden Disruptionsrisiken (Cyberangriffe, Handelsspannungen, Energiekrisen) geprägt ist, stellt diese dezentralisierte Architektur ein unterbewertetes Souveränitätsgut dar.</p>
<ol start="2">
<li><strong> Vertikale Exzellenz als alternative Strategie</strong></li>
</ol>
<p>Der Fall von ASML, einem niederländischen Unternehmen mit einer weltweiten Quasi-Monopolstellung im Bereich der extremen ultravioletten Lithografie (EUV), entkräftet empirisch die These vom "Generalist Champion". ASML ist das Ergebnis von 25 Jahren geduldiger Investitionen - in denen das Unternehmen keinen Gewinn erwirtschaftet hat - und zeigt einen Innovationspfad, der sich radikal vom Silicon-Valley-Modell unterscheidet. Seine Marktmacht beruht nicht auf Netzwerkeffekten oder aggressiven Übernahmestrategien, sondern auf einer tiefgreifenden technologischen Meisterschaft in einem hochspezialisierten Segment. Dieser Ansatz entspricht jedoch genau den komparativen Vorteilen Europas: wissenschaftliche Exzellenz, Zusammenarbeit zwischen Industrie und Forschung, Fähigkeit zu sehr langfristigen Investitionen.</p>
<p>Das europäische KI-Ökosystem weist bereits diese sektorale Morphologie auf: Mistral AI (Souveränität und offene Modelle), DeepL (mehrsprachige Sprachverarbeitung), Siemens und SAP (industrielle und unternehmensweite KI). Anstatt das Fehlen eines europäischen Google zu beklagen, sollte die Strategie darauf abzielen, diese vertikalen Führungspositionen zu festigen und dabei zu akzeptieren, dass sie nicht die gleiche Medienpräsenz erzeugen wie die allgemeinen Unicorns.</p>
<ol start="3">
<li><strong> Das "Patientenkapital" als Wettbewerbswaffe</strong></li>
</ol>
<p>Das Modell des deutschen Mittelstands - Familienunternehmen mit einem Zeithorizont von mehreren Generationen, die massiv in F&amp;E investieren, ohne Druck auf die Quartalsrendite auszuüben - bietet einen Präzedenzfall, um eine KI-Wirtschaft zu denken, die der Logik des schnellen "Exits" entgeht. Die Europäische Kommission hat in ihrem Aktionsplan für einen KI-Kontinent (2024-2025)<a href="#_ftn4" name="_ftnref4">[4]</a>Die Europäische Kommission hat diese Besonderheit implizit anerkannt, indem sie "Finanzierungsmechanismen, die auf lange technologische Reifungszyklen zugeschnitten sind", forderte. Dieser Aufruf bleibt jedoch weitgehend programmatisch.</p>
<h3>C. Operative Empfehlungen</h3>
<p><strong>Vorschlag 1</strong> : Einrichtung eines Europäischen Investitionsfonds "Long-Term AI", der mit folgenden Mitteln ausgestattet ist <strong>15 Milliarden Euro in 15 Jahren</strong> (d. h. 1 Milliarde Euro pro Jahr), mit einer ausdrücklichen Klausel, die Forderungen nach einer Investitionsrendite vor Ablauf von zehn Jahren verbietet.</p>
<p>Dieser Betrag entspricht einer jährlichen Investition, die den derzeitigen EU-Investitionen über Horizont Europa und das Programm Digitales Europa entspricht (laut Europäischer Kommission ca. 1 Milliarde Euro pro Jahr, 2024<a href="#_ftn5" name="_ftnref5">[5]</a>). Im Gegensatz zu den bestehenden Programmen, die Projekte mit einer Laufzeit von 3-5 Jahren finanzieren, würde dieser Fonds jedoch ausschließlich auf einen Zeithorizont von 10-15 Jahren abzielen und Durchbrüche in wissenschaftsintensiven Segmenten ermöglichen, in denen Europa weltweite Spitzenleistungen anstreben kann: erklärbare KI, neuromorphes Rechnen, Optimierung unter Einschränkungen. Dieser Betrag steht auch im Einklang mit dem Ziel des koordinierten Plans, bis 2030 jährlich 20 Milliarden Euro (öffentlich + privat) zu mobilisieren.<a href="#_ftn6" name="_ftnref6">[6]</a> : Der Long-Term AI Fund würde 5% zu diesem Ziel beitragen und sich auf die sehr langfristige Grundlagenforschung konzentrieren.</p>
<p><strong>Vorschlag 2</strong> Die Kriterien für die Bewertung der europäischen Innovation neu gestalten. Die Einhorn-Ranglisten - die im Wesentlichen die Fähigkeit zur Kapitalbeschaffung messen - durch Indikatoren für sektorale Technologieführerschaft ersetzen: wesentliche Patente, übernommene technische Standards, Marktanteile in Segmenten mit hoher Wertschöpfung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>III. DER AI ACT: VON DER BÜROKRATIE ZUR NORMATIVEN WAFFE</h2>
<h3>A. Der klassische Vorwurf: Regelungsstillstand</h3>
<p>Auf den 400 Seiten des AI Act kristallisiert sich die gesamte Kritik am "europäischen Modell" heraus: kafkaeske Bürokratie, Unkenntnis der technischen Realitäten, untragbare Mehrkosten für Startups. Diese Vorwürfe, die von den amerikanischen Industrielobbys verstärkt und von einigen europäischen Analysten selbstgefällig weitergegeben werden, konstruieren das Bild einer Strafregulierung, die die Unfähigkeit Europas zur Innovation durch eine penible Kontrolle der Innovationen anderer kompensieren soll.</p>
<p>Diese Darstellung ignoriert bewusst zwei wichtige historische Präzedenzfälle. Zum einen wurden 2016-2018 dieselben Argumente gegen die DSGVO mobilisiert: Sie würde "die europäische Digitalwirtschaft töten", "die Abwanderung von Start-ups" bewirken und "die endgültige Dominanz der GAFAMs" festschreiben. Sieben Jahre später hat sich die DSGVO als globaler De-facto-Standard durchgesetzt, eine europäische Privacy-Tech-Industrie im Wert von 2,5 Milliarden Euro hervorgebracht und die US-Giganten zu strukturellen Veränderungen ihrer Geschäftsmodelle gezwungen. Andererseits zeigt die europäische Wirtschaftsgeschichte, dass eine starke Normativität historisch gesehen ein Vektor der Wettbewerbsfähigkeit ist - vom metrischen System über die ISO-Normen bis hin zu den Sicherheitsstandards für Autos.</p>
<h3>B. Die strategische Gegenlektüre: Der "Brussels Effect" als Machtstrategie</h3>
<ol>
<li><strong> Der DSGVO-Effekt: Regulierung als Marktinfrastruktur</strong></li>
</ol>
<p>Die DSGVO veranschaulicht einen Mechanismus normativer Macht, den die Politikwissenschaftlerin Anu Bradford unter dem Begriff "Brussels Effect" theoretisiert hat: die Fähigkeit der Europäischen Union, ihre Regulierungsstandards einseitig zu exportieren und so ihre internen Normen in globale Quasi-Zwänge umzuwandeln. Dieses Phänomen beruht weder auf militärischem Zwang noch auf wirtschaftlicher Dominanz, sondern auf drei strukturellen Faktoren: der Größe des europäischen Marktes (450 Millionen Verbraucher), dem Unteilbarkeitseffekt (für multinationale Unternehmen ist es unmöglich, ab einer bestimmten Komplexitätsschwelle nach Rechtsordnungen differenzierte Standards aufrechtzuerhalten) und der strategischen Antizipation durch private Akteure, die es vorziehen, präventiv den anspruchsvollsten Standard zu übernehmen.</p>
<p>Der AI Act weist alle Merkmale auf, um diesen Effekt zu reproduzieren. Wie der Internet Policy Review (2025) feststellt<a href="#_ftn7" name="_ftnref7">[7]</a>Die Kategorisierung nach Risikoniveau und die Anforderungen an die technische Dokumentation führen zu Transaktionskosten, die die Annahme eines einheitlichen Standards für den globalen Markt wirtschaftlich sinnvoll erscheinen lassen". Erste empirische Signale bestätigen diese Dynamik: Mehrere US-Bundesstaaten (Kalifornien, New York) prüfen Gesetze, die sich direkt am AI Act orientieren, während Regierungen in Südostasien die technische Expertise der Kommission in Anspruch nehmen, um ihre eigenen Regulierungsrahmen zu entwickeln.</p>
<ol start="2">
<li><strong> Compliance als Eintrittsbarriere und "Wettbewerbsgraben</strong></li>
</ol>
<p>Die ökonomische Standardanalyse von Regulierungen stellt sie als tote Kosten dar, die die Gewinnspannen schmälern und die Innovation hemmen. Diese Sichtweise vernachlässigt systematisch ihre Funktion als Markteintrittsbarriere. Ein anspruchsvoller Regulierungsrahmen benachteiligt opportunistische Akteure - deren Geschäftsmodell auf der Externalisierung von Risiken beruht - stärker als etablierte Akteure, die in der Lage sind, die Kosten für die Einhaltung der Vorschriften zu internalisieren.</p>
<p>Eine Studie der IAPP (International Association of Privacy Professionals, 2024)<a href="#_ftn8" name="_ftnref8">[8]</a> offenbart, dass <strong>67% der Organisationen, die Privacy Governance in ihre KI-Strategie integriert haben, sind zuversichtlich, dass sie die Anforderungen des AI Act erfüllen werden</strong>Dies ist ein Signal für einen aufkommenden Wettbewerbsvorteil für Unternehmen, die die regulatorischen Anforderungen vorweggenommen haben. Dieser "Vertrauensvorschuss" zeigt sich zunehmend in B2B-Ausschreibungen, bei denen die Zertifizierung zu einem entscheidenden Auswahlkriterium wird.</p>
<p>Strukturell gesehen wird die europäische Zertifizierung allmählich zu einem Pass für den Zugang zu öffentlichen Aufträgen - die in der EU jährlich 500 Milliarden Euro ausmachen. Öffentliche Ausschreibungen beinhalten immer systematischer Klauseln zur Einhaltung des AI Act, wodurch de facto ein gefangener Markt für europäische Akteure oder multinationale Unternehmen entsteht, die in die Einhaltung der Vorschriften investiert haben.</p>
<ol start="3">
<li><strong> Die versteckten Kosten der Nicht-Regulierung: Der Vertrauensverlust</strong></li>
</ol>
<p>Der Fall Meta/Cambridge Analytica bietet eine aufschlussreiche Kontrafaktizität. <strong>Zwischen März und Juli 2018 verlor das Unternehmen bis zu 134 Milliarden US-Dollar.</strong><a href="#_ftn9" name="_ftnref9">[9]</a><strong> der Marktkapitalisierung auf dem Höhepunkt der Krise</strong> - nicht aufgrund von regulatorischen Sanktionen, sondern aufgrund des Vertrauensverlusts von Werbetreibenden und Nutzern. Wiederkehrende Skandale im Zusammenhang mit algorithmischen Verzerrungen (diskriminierende Rekrutierungssysteme, rassistische Gesichtserkennung, toxische Chatbots) führen zu Reputationskosten, die die Investitionen in die präventive Einhaltung von Vorschriften bei weitem übersteigen.</p>
<p>Der AI Act funktioniert somit wie eine kollektive Versicherung gegen das Risiko eines systemischen Vertrauenskollapses. In regulierten Bereichen, in denen viel auf dem Spiel steht - Gesundheit, Justiz, Finanzen, Sicherheit - führt das Fehlen eines robusten normativen Rahmens nicht zu ungezügelter Innovation, sondern zu institutioneller Zurückhaltung. Krankenhäuser, Banken und öffentliche Verwaltungen führen Technologien nur dann in großem Umfang ein, wenn diese zertifiziert und prüfbar sind. Der europäische Rechtsrahmen ist weit davon entfernt, die Einführung von KI in diesen Sektoren zu bremsen, sondern bildet die Voraussetzung für ihre Möglichkeit.</p>
<h3>C. Operative Empfehlungen</h3>
<p><strong>Vorschlag 3</strong> Umwandlung des Gütesiegels "Trustworthy AI" in eine europäische ISO-Norm, die als technischer Standard in internationalen Foren (ISO, ITU) verhandelt wird. Mobilisierung der europäischen Wirtschaftsdiplomatie, um diese Norm als Voraussetzung in Freihandelsabkommen durchzusetzen.</p>
<p><strong>Vorschlag 4</strong> : Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle für die Einhaltung von Vorschriften für KMU mit einem Budget von <strong>500 Millionen Euro in fünf Jahren</strong> (d. h. 100 Millionen Euro pro Jahr).</p>
<p>Dieser Betrag entspricht etwa 0,5% des gesamten GenAI4EU-Budgets (700 Millionen Euro nach Angaben der Kommission, 2024-2025<a href="#_ftn10" name="_ftnref10">[10]</a>), die jedoch ausschließlich der Unterstützung von KMU bei der Einhaltung der Vorschriften gewidmet ist. Zum Vergleich: Das EIC Accelerator Programm vergibt bis zu 2,5 Millionen Euro pro Startup für technologische Innovation; die zentrale Anlaufstelle würde etwa 200 KMU pro Jahr mit Zuschüssen von 500.000 Euro unterstützen, die Audit, Zertifizierung, Personalschulung und Systemanpassung abdecken. Das Ziel besteht nicht nur darin, die Einhaltung der Vorschriften zu erleichtern, sondern eine europäische Industrie für die Prüfung und Zertifizierung von KI aufzubauen - eine Industrie, die dann in Rechtsordnungen exportiert werden kann, die ähnliche Rahmenbedingungen einführen.</p>
<p><strong>Vorschlag 5</strong> Aggressive "normative Diplomatie", indem der Zugang zum europäischen KI-Markt (für außereuropäische Unternehmen) an Klauseln über die Gegenseitigkeit von Vorschriften geknüpft wird. Diese Strategie - die bereits erfolgreich bei Umweltstandards angewandt wird - beschleunigt die internationale Verbreitung europäischer Standards.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>IV. DER "DRITTE WEG": SELBSTERFÜLLENDE PROPHEZEIUNG ODER STRATEGISCHE AUSWEGLOSIGKEIT?</h2>
<h3>A. Der klassische Vorwurf: Die Illusion einer glaubwürdigen Alternative</h3>
<p>Die offizielle Rhetorik der Europäischen Union stellt ihre KI-Strategie als "dritten Weg" zwischen dem amerikanischen Überwachungskapitalismus und dem chinesischen digitalen Autoritarismus dar. Diese Formulierung ist für europäische politische Kreise attraktiv, da sie es ermöglicht, eine objektive Schwächeposition - das Fehlen von Technologie-Champions - in eine unverwechselbare ethische Haltung zu verwandeln. Bei strategischen Analysten stößt sie jedoch auf wachsende Skepsis.</p>
<p>Die Kritiker stimmen in einer Diagnose überein: Dieser "dritte Weg" läuft Gefahr, nur ein "ethisches Museum" zu sein - ein Raum harmloser Tugendhaftigkeit, der Normen produziert, ohne sie durchsetzen zu können, Prinzipien ohne Projektionsfähigkeit. Angesichts der massiven Investitionen der USA (der Privatsektor hat bis 2023 67 Milliarden Dollar investiert) und der strategischen Führung Chinas (nationaler KI-Plan mit 150 Milliarden Dollar über zehn Jahre) scheint Europa zu einer Rolle als moralischer Kommentator von Transformationen verurteilt zu sein, die es nicht beherrscht.</p>
<h3>B. Die strategische Gegenlektüre: Die Entstehung eines Marktes für Vertrauen</h3>
<ol>
<li><strong> Das unterschätzte Ausmaß des Regulierungsbedarfs</strong></li>
</ol>
<p>Eurobarometer 2024 zeigt, dass 73% der EU-Bürger den Einsatz von unregulierten KI-Systemen ablehnen<a href="#_ftn11" name="_ftnref11">[11]</a> in sensiblen Bereichen (Gesundheit, Justiz, Beschäftigung). Diese Zahl drückt nicht nur eine abstrakte kulturelle Präferenz aus, sondern auch einen realen wirtschaftlichen Zwang: In liberalen Demokratien kann keine Technologie gegen die soziale Akzeptanz massiv eingesetzt werden. Dieser Zwang lastet jedoch nicht nur auf Europa. Die wiederholten Skandale in den USA - von der rassistischen Gesichtserkennung von Rekognition (Amazon) bis hin zu den gefährlichen Halluzinationen von medizinischen Assistenten - erzeugen einen wachsenden Ruf nach Regulierung, auch unter den technologischen Eliten.</p>
<p>Strukturell gesehen sind die dynamischsten und wertschöpfungsintensivsten Wirtschaftssektoren - Präzisionsgesundheit, algorithmische Finanzwirtschaft, prädiktive Rechtssysteme - genau diejenigen, in denen die Anforderungen an die Einhaltung der Vorschriften am höchsten sind. In diesen Bereichen beruht der Wettbewerbsvorteil nicht auf der Bruttorechenleistung oder der Größe der Datenbestände, sondern auf der Fähigkeit, prüfbare, erklärbare und zertifizierbare Systeme zu produzieren. Diese Attribute entsprechen genau den europäischen Forschungsprioritäten der letzten fünfzehn Jahre - von der Erklärbarkeit (XAI) über die frugale KI bis hin zur formalen Zertifizierung.</p>
<ol start="2">
<li><strong> Der Vorteil des "Second Mover": Aus den Misserfolgen anderer lernen</strong></li>
</ol>
<p>Die strategische Theorie unterscheidet klassischerweise zwischen den Vorteilen des "first mover" (Eroberung von Marktanteilen, Festlegung von Standards) und denen des "second mover" (Beobachtung der Fehler des Pioniers, Optimierung der Prozesse). Im Bereich der KI nimmt Europa strukturell diese Position des Second Mover ein - nicht aufgrund einer strategischen Entscheidung, sondern aufgrund einer objektiven Verzögerung. Anstatt diese Situation zu beklagen, besteht die Strategie darin, sie zu nutzen.</p>
<p>Die massive Einführung von KI-Systemen in den USA und China produziert einen empirischen Korpus von Misserfolgen, von denen Europa lernen kann: strukturelle diskriminierende Verzerrungen, autoritäre Auswüchse, Sicherheitslücken, beschleunigte Veralterung von Kompetenzen, Machtkonzentration. Die europäischen KI-Lösungen - gerade weil sie von Anfang an ethische, sicherheitsrelevante und erklärbare Zwänge einbeziehen - vermeiden einen Teil dieser Klippen. Dieser qualitative Unterschied schlägt sich in handfesten Wettbewerbsvorteilen nieder: In Europa zertifizierte medizinische KI-Systeme dringen in Märkte (Japan, Singapur, Kanada) vor, in denen unregulierte US-Lösungen auf regulatorische Barrieren stoßen.</p>
<ol start="3">
<li><strong> Souveränität durch Interoperabilität: Offene Standards gegen geschlossene Gärten</strong></li>
</ol>
<p>Das vorherrschende Modell der zeitgenössischen KI basiert auf geschlossenen proprietären Ökosystemen (iOS/Android, AWS/Azure/GCP, GPT/Claude/Gemini), die massive "Lock-in"-Effekte erzeugen. Diese Architektur erzeugt eine Form der geopolitischen Abhängigkeit: Wer das Ökosystem eines Akteurs übernimmt, akzeptiert auch die Rechtsprechung seines Heimatlandes und das Risiko einer einseitigen Zugangssperre.</p>
<p>Gerade weil Europa kein dominierendes Ökosystem kontrolliert, hat es ein objektives Interesse daran, offene Standards und Interoperabilitätsprotokolle zu fördern. Diese Strategie findet zunehmend Anklang bei Regierungen, die versuchen, eine ausschließliche Abhängigkeit von chinesisch-amerikanischen Technologien zu vermeiden. Die strategischen Partnerschaften, die Europa mit Mittelmächten (ASEAN, Afrikanische Union, Lateinamerika) eingeht, beruhen nicht auf der Lieferung von Gründungsmodellen - ein Bereich, in dem Europa nicht konkurrieren kann -, sondern auf dem Transfer von regulatorischen und technischen Kapazitäten, die es diesen Ländern ermöglichen, ihre eigenen souveränen Ökosysteme aufzubauen.</p>
<h3>C. Operative Empfehlungen</h3>
<p><strong>Vorschlag 6</strong> : Starten Sie ein Forschungsprogramm von <strong>3 Milliarden Euro in fünf Jahren</strong> (d. h. 600 Millionen Euro pro Jahr), die speziell für erklärbare und prüfbare KI bereitgestellt werden.</p>
<p>Dieser Betrag entspricht einer 40-fachen Steigerung der derzeitigen europäischen Bemühungen um Transparenz und Zuverlässigkeit von KI. Tatsächlich hat Horizon Europe im Jahr 2024 112 Millionen Euro für KI und Quanten bereitgestellt, wovon nur 15 Millionen Euro für Transparenz und Zuverlässigkeit vorgesehen sind (Europäische Kommission, 2024). Das 600-Millionen-Euro-Programm pro Jahr würde das, was heute als regulatorischer Zwang erscheint, in einen bahnbrechenden technologischen Vorteil verwandeln: die Entwicklung von Architekturen, die nativ Nachvollziehbarkeit, Interpretierbarkeit und formale Zertifizierung ermöglichen. Zum Vergleich: Diese Investition ist immer noch geringer als das jährliche GenAI4EU-Budget (700 Millionen Euro), konzentriert sich aber auf ein Technologiesegment, in dem Europa weltweite Spitzenleistungen anstreben kann, anstatt frontal mit den US-amerikanischen Stiftungsmodellen zu konkurrieren.</p>
<p><strong>Vorschlag 7</strong> : Aufbau einer Strategie für Partnerschaften mit dem "Globalen Süden", nicht nach dem Modell der Entwicklungshilfe, sondern als Bündnis gegenseitiger Interessen. Europa bietet regulatorisches Fachwissen und zertifizierte Technologien; die Partner bieten schnell wachsende Märkte und diplomatische Unterstützung für die Übernahme europäischer Standards in internationalen Foren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>V. STRATEGISCHE ABHÄNGIGKEITEN: DIE ACHILLESFERSE ALS MOBILISIERENDE DRINGLICHKEIT</h2>
<h3>A. Die brutale Feststellung: Anatomie einer systemischen Verwundbarkeit</h3>
<p>Der Bericht des Europäischen Rechnungshofs (2024) stellt eine eindeutige Diagnose: Die digitale Infrastruktur Europas beruht in drei wesentlichen Bereichen auf kritischen Abhängigkeiten von außereuropäischen Akteuren. Erstens, das Cloud Computing: 70% der Speicher- und Rechenkapazitäten<a href="#_ftn12" name="_ftnref12">[12]</a> die in Europa genutzt werden, stammen von drei US-amerikanischen Anbietern (AWS, Microsoft Azure, Google Cloud Platform). Zweitens, Halbleiter: 90% der weltweiten Produktion von fortschrittlichen Chips (kleiner als 7 Nanometer) sind in Taiwan und Südkorea konzentriert. Drittens: Stiftungsmodelle: Das gesamte Ökosystem der generativen KI in Europa hängt von Modellen ab, die von OpenAI, Anthropic, Google und Meta entwickelt wurden.</p>
<p>Diese dreifache Abhängigkeit ist nicht nur eine Frage der wirtschaftlichen Verwundbarkeit - sie stellt auch ein geopolitisches Risiko erster Ordnung dar. Die Halbleiterkrise von 2021, die durch logistische Störungen im Zusammenhang mit COVID-19 ausgelöst wurde, legte die europäische Automobilindustrie achtzehn Monate lang lahm und vernichtete Wertschöpfung im Wert von 110 Milliarden Euro. Ein militärischer Konflikt in der Straße von Taiwan, eine einseitige Entscheidung Washingtons, den Zugang zu KI-Technologien aus Gründen der nationalen Sicherheit zu verbieten, oder ein massiver Cyberangriff auf US-amerikanische Datenzentren würden noch gravierendere systemische Auswirkungen haben.</p>
<p>Der französische Rechnungshof betont in seinem Bericht über die nationale KI-Strategie (2025), dass "die technologische Abhängigkeit auch eine normative Abhängigkeit erzeugt: Systeme, die nach außereuropäischen Rechtslogiken konzipiert sind, beinhalten Verzerrungen und Prioritäten, die den europäischen Werten widersprechen". Diese Beobachtung weist auf eine oft übersehene Dimension hin: Über die materielle Verwundbarkeit hinaus erodiert die technologische Abhängigkeit die Fähigkeit Europas, souverän seine eigenen zivilisatorischen Prioritäten zu setzen.</p>
<h3>B. Das Fenster der Gelegenheit: Zwang in Mobilisierung umwandeln</h3>
<ol>
<li><strong> Das geopolitische Erwachen nach der Ukraine: Von der Rhetorik zur Investition</strong></li>
</ol>
<p>Die russische Invasion in der Ukraine im Februar 2022 hat einen strategischen Schock ausgelöst, der im technologischen Bereich mit dem Sputnik-Schock für die USA im Jahr 1957 vergleichbar ist. Sie offenbarte brutal die Anfälligkeit der europäischen Lieferketten und die Illusion einer friedensstiftenden Interdependenz. Dieser Schock löste eine bedeutende haushaltspolitische Neuausrichtung aus: Das Budget des EuroHPC-Programms (Supercomputer) wurde erheblich aufgestockt; das Gaia-X-Projekt für eine souveräne Cloud, das 2021 im Sterben lag, wurde mit erheblichen industriellen Verpflichtungen wiederbelebt.</p>
<p>Bedeutender ist, dass der European Chips Act (2023) 43 Milliarden Euro mobilisiert<a href="#_ftn13" name="_ftnref13">[13]</a> um die Abhängigkeit Europas von Halbleitern zu verringern, mit dem Ziel, bis 2030 den Anteil der weltweiten Produktion von 10% auf 20% zu erhöhen. Die Initiative <strong>InvestAI</strong>Die im Februar 2025 auf dem Gipfeltreffen in Paris angekündigte "Weltkonferenz der Vereinten Nationen" stellt einen bedeutenden qualitativen Bruch dar: <strong>200 Milliarden Euro mobilisieren</strong><a href="#_ftn14" name="_ftnref14">[14]</a><strong> für die KI</strong>davon <strong>20 Milliarden Euro, die speziell für 4-5 Gigafactories bestimmt sind</strong><a href="#_ftn15" name="_ftnref15">[15]</a><strong> von IA</strong> die jeweils mit 100 000 Chips der neuesten Generation ausgestattet sind, was dem Vierfachen der Kapazität der derzeitigen Infrastruktur entspricht.</p>
<p>Die Präsidentin der Kommission, Ursula von der Leyen, verglich das Projekt mit einem <strong>"CERN für KI"</strong>und betonte das Bestreben nach einer offenen Infrastruktur, die allen europäischen Wissenschaftlern und Unternehmen - und nicht nur den Giganten - den Zugang zu den Ressourcen ermöglicht, die sie für die Entwicklung fortschrittlicher Modelle benötigen.</p>
<p><strong>Haushaltsbezogener Hintergrund</strong> : Laut dem koordinierten Plan zur KI (2021) war das Ziel, Folgendes zu erreichen <strong>20 Milliarden Euro pro Jahr</strong> an kombinierten (öffentlichen und privaten) Investitionen bis 2030. Bis zum Start von InvestAI investierte die Kommission etwa <strong>1 Milliarde Euro pro Jahr</strong> über Horizon Europe und das Programm Digitales Europa. Schätzungen der OECD-Kommission (2023) zeigen, dass die EU bereits etwa <strong>25,7 Milliarden Euro jährliche Investitionen</strong><a href="#_ftn16" name="_ftnref16">[16]</a> im Jahr 2023 erreichen und damit das Ziel für 2030 sieben Jahre früher als geplant übertreffen. InvestAI strebt an, diese Anstrengungen in den nächsten fünf Jahren um das Zehnfache zu steigern.</p>
<p>Die europäische Wirtschaftsgeschichte zeigt, dass große Technologiesprünge oft das Ergebnis vorheriger Demütigungen sind. Airbus entstand in den 1960er Jahren aus der Erkenntnis, dass die völlige Abhängigkeit von Boeing eine inakzeptable Verwundbarkeit darstellte. Fünfzig Jahre und 1.000 Milliarden Euro an öffentlichen und privaten Investitionen später hält Airbus 50% des weltweiten Marktes für zivile Luftfahrt. Dieser Präzedenzfall zeigt, dass eine langfristige, ausreichend ausgestattete und politisch unterstützte europäische Industriestrategie Weltmeister hervorbringen kann - vorausgesetzt, man akzeptiert Zeithorizonte, die mit Wahlzyklen unvereinbar sind.</p>
<ol start="2">
<li><strong> Differenzierende Technologiewetten: Selektive Souveränität</strong></li>
</ol>
<p>Die natürliche Versuchung angesichts der identifizierten Abhängigkeiten besteht darin, eine totale Autarkie anzustreben - ein ebenso illusorisches wie ineffizientes Ziel. Keine Volkswirtschaft, auch nicht die chinesische oder amerikanische, beherrscht die gesamte technologische Wertschöpfungskette. Die richtige Strategie ist "selektive Souveränität": drei bis vier kritische Technologiesegmente identifizieren, in denen Europa vernünftigerweise weltweite Spitzenleistungen anstreben kann, und die Abhängigkeit in den anderen Bereichen akzeptieren und durch Diversifizierung der Lieferanten steuern.</p>
<p>Drei Technologiewetten scheinen besonders vielversprechend zu sein. Erstens: Sparsame KI und Edge Computing: Angesichts der Energiekrise und der klimatischen Zwänge wird die Fähigkeit, leistungsfähige Modelle mit begrenzten Rechenressourcen zu trainieren und einzusetzen, zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil. Die europäische Forschung in diesem Bereich (insbesondere das PRAIRIE-Institut in Paris und das ELLIS Network) ist weltweit führend. Zweitens, Quantencomputing: Das technologische Rennen ist noch offen, und Europa verfügt über beträchtliche wissenschaftliche Stärken (40% der weltweiten Veröffentlichungen). Drittens: Spezialisierte Halbleiter für die KI: Anstatt zu versuchen, Taiwan bei allgemeinen Chips einzuholen, kann Europa Spitzenleistungen bei spezifischen Architekturen anstreben (neuromorphes Rechnen, dedizierte Prozessoren für erklärbare KI).</p>
<ol start="3">
<li><strong> Strategische Allianzen: Diversifizieren, um Abhängigkeiten zu verringern</strong></li>
</ol>
<p>Die Verringerung der Abhängigkeiten erfordert nicht nur eine Standortverlagerung, sondern auch eine geografische Diversifizierung der Partner. Europa hat ein Interesse daran, technologische Allianzen mit Mittelmächten einzugehen, die seine Souveränitätsanliegen teilen: Japan (Halbleiter, Robotik), Südkorea (Elektronik), Israel (Cybersicherheit), Kanada (ethische KI). Diese Partnerschaften ermöglichen es, die Kosten für Forschung und Entwicklung zusammenzulegen, auf komplementäre Kompetenzen zuzugreifen und die bilaterale Abhängigkeit von den USA oder China zu verringern.</p>
<p>Das Modell des CERN (Europäische Organisation für Kernforschung) bietet einen institutionellen Präzedenzfall: eine kollektiv finanzierte Infrastruktur für die Grundlagenforschung, die über mehrere Jahrzehnte hinweg operiert und massive wirtschaftliche Auswirkungen hatte (das Web selbst wurde im CERN erfunden). Die Initiative <strong>InvestAI, explizit mit einem "CERN für KI" verglichen</strong>Das Projekt "Künstliche Intelligenz" ist genau darauf ausgerichtet: eine offene und kollaborative Infrastruktur auf Gegenseitigkeit zu schaffen, die es dem gesamten europäischen Ökosystem - Forschern, Start-ups, KMUs und Großunternehmen - ermöglicht, auf die Rechenressourcen zuzugreifen, die für die Entwicklung fortschrittlicher KI-Modelle erforderlich sind.</p>
<h3>C. Operative Empfehlungen</h3>
<p><strong>Vorschlag 8</strong> : Formelle Identifizierung von drei kritischen Technologien für die europäische KI-Souveränität (z. B. Quantencomputing, frugale KI, neuromorphe Halbleiter) und <strong>y Konzentration 70% der öffentlichen Investitionen in F&amp;E KI</strong>.</p>
<p><em>Begründung</em> Der koordinierte Plan strebt bis 2030 kombinierte Investitionen in Höhe von 20 Mrd. EUR pro Jahr an, wovon etwa 7 Mrd. EUR aus öffentlichen europäischen Quellen (Kommission + Mitgliedstaaten) stammen sollen. Die Konzentration von 70% dieser öffentlichen Mittel (d.h. ca. 5 Mrd. EUR pro Jahr) auf 3-4 kritische Technologien würde es ermöglichen, eine kritische Masse zu erreichen, die ausreicht, um in diesen Segmenten weltweite Spitzenleistungen anzustreben, anstatt die Mittel über das gesamte Technologiespektrum zu verteilen. Diese strategische Fokussierung bricht mit der derzeitigen Streuung der Mittel und orientiert sich am japanischen Modell der sektoralen Konzentration.</p>
<p><strong>Vorschlag 9</strong> : Bilaterale Technologiepartnerschaften mit Japan und Südkorea aushandeln, die ausdrücklich auf die Verringerung der gegenseitigen Abhängigkeit von den USA und China abzielen. Diese Partnerschaften sollten Klauseln zum Technologietransfer und zur gemeinsamen Entwicklung enthalten, nicht nur Handelsabkommen.</p>
<p><strong>Vorschlag 10</strong> : Die Initiative festigen <strong>InvestAI</strong> als dauerhafte Infrastruktur für die europäische KI-Souveränität nach dem Vorbild des CERN.</p>
<p>InvestAI mobilisiert bereits 200 Milliarden Euro (50 Milliarden öffentliche EU-Mittel + 150 Milliarden private Mittel über "European AI Champions"), davon 20 Milliarden speziell für 4-5 Gigafactories. Diese Initiative soll zu einer dauerhaften Struktur - einer "European AI Infrastructure Corporation" - werden, die die Mitgliedstaaten, die EIB und Industriepartner vereint. Aufgabe: Aufbau und Betrieb der für die europäische Souveränität notwendigen Recheninfrastrukturen und strategischen "Datasets", die gleichzeitig dem Forschungsökosystem und Startups zur Verfügung gestellt werden. Das Governance-Modell sollte sich am CERN orientieren (Jahresbudget 1,3 Mrd. EUR, seit 70 Jahren von 23 Mitgliedstaaten finanziert): kollektive Finanzierung, Horizont von mehreren Jahrzehnten, offener Zugang für die gesamte europäische Wissenschafts- und Industriegemeinschaft.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>VI. SCHLUSSFOLGERUNG - DER IMPERATIV DER DURCHSETZUNG</h2>
<h3>Zusammenfassung: Vom Zwang zum Vorteil</h3>
<p>Dieses Papier hat gezeigt, dass die vier strukturellen "Schwächen" der europäischen Strategie - das Fehlen von Champions, die Komplexität der Vorschriften, die Mehrdeutigkeit des dritten Weges und die technologischen Abhängigkeiten - auf einer falschen Diagnose beruhen. Sie sind nur dann Nachteile, wenn sie auf ein Modell der technologischen Macht - die oligopolistische Konzentration der USA - bezogen werden, dessen wirtschaftliche, soziale und demokratische Nachhaltigkeit zunehmend in Frage gestellt wird.</p>
<p>Das verteilte europäische Ökosystem erzeugt eine systemische Resilienz gegenüber Schocks. Der AI Act lähmt die Innovation nicht, sondern baut eine Infrastruktur des Vertrauens auf, die über den "Brussels Effect" zu einem nachhaltigen Wettbewerbsvorteil werden kann. Der "dritte Weg" entspricht der weltweit steigenden Nachfrage nach Technologien, die demokratischen Standards entsprechen. Die strategischen Abhängigkeiten schließlich haben eine beispiellose budgetäre und politische Mobilisierung ausgelöst - veranschaulicht durch InvestAI und seine 200 Milliarden Euro - und eröffnen die Möglichkeit von Technologiesprüngen in Nischen mit hoher Wertschöpfung.</p>
<p>Ethik ist keine äußere Innovationsbremse, sondern eine Infrastruktur für die Wettbewerbsfähigkeit. In Sektoren mit hoher Wertschöpfung - Gesundheit, Finanzen, Justiz, Sicherheit - ist die Fähigkeit, prüfbare, erklärbare und zertifizierbare Systeme zu produzieren, eine Grundvoraussetzung für den Einsatz. Diese Attribute entsprechen jedoch genau den europäischen Forschungsprioritäten der letzten fünfzehn Jahre.</p>
<h3>Das fatale Risiko: Unentschlossenheit</h3>
<p>Die Gefahr ist nicht das europäische Modell selbst, sondern unsere kollektive Unfähigkeit, es vollständig zu übernehmen. Seit zwanzig Jahren schwankt die digitale Strategie Europas zwischen zwei widersprüchlichen Versuchungen: das amerikanische Modell nachzuahmen ("Einhörner schaffen") und seine Andersartigkeit zu behaupten ("Ethik über alles"), ohne sich jemals wirklich zu entscheiden. Diese strategische Unentschlossenheit bringt das Schlechteste aus beiden Welten hervor: weder die finanzielle Schlagkraft der USA noch die normative Kohärenz, die für die Projektion des europäischen Modells notwendig ist.</p>
<p>Die Wahl besteht nicht darin, andere zu kopieren oder unseren Weg zu bauen - das ist ein falsches Dilemma. Die Dringlichkeit besteht darin, vom normativen Rahmen, der nun mit dem AI Act geschaffen wurde, zu koordinierten industriellen Maßnahmen überzugehen. Dies setzt drei Brüche voraus. Erstens müssen wir massive öffentliche Investitionen in strategische Infrastrukturen akzeptieren - InvestAI ist ein Beispiel dafür - und dabei akzeptieren, dass technologische Souveränität mit Kosten verbunden ist, die jedoch geringer sind als die Kosten der Abhängigkeit. Zweitens: Auferlegung einer strategischen Disziplin: Konzentration der Mittel auf drei bis vier Technologiewetten (70% der öffentlichen F&amp;E), anstatt die Budgets über das gesamte Spektrum zu verteilen. Drittens: Aufbau einer aggressiven normativen Diplomatie, die den AI Act in eine Waffe zur kommerziellen Eroberung und nicht in ein selbstverschuldetes Handicap verwandelt.</p>
<h3>Die scheinbare Spannung auflösen: Offene Standards und konzentrierte Souveränität</h3>
<p>Diese Strategie mag paradox erscheinen: Einerseits sollen Interoperabilität und offene Standards gefördert werden (Vorschlag 7); andererseits sollen die Investitionen massiv auf einige wenige kritische Technologien konzentriert werden (Vorschläge 8-10). In Wirklichkeit <strong>diese beiden Achsen eher komplementär als widersprüchlich sind</strong>.</p>
<p><strong>Offene Standards und Interoperabilität sind unser geopolitisches Angebot</strong> : was Europa dem Rest der Welt anbietet, um die chinesisch-amerikanischen Gärten hinter verschlossenen Türen zu vermeiden. Das ist unser komparativer Vorteil in der Technologiediplomatie. Durch die Förderung offener Protokolle, interoperabler Architekturen und gemeinsamer "Datenbanken" positioniert sich Europa als glaubwürdige Alternative für alle Akteure - Staaten, Unternehmen, Forscher -, die versuchen, die ausschließliche Abhängigkeit von proprietären amerikanischen oder chinesischen Ökosystemen zu vermeiden.</p>
<p><strong>Umgekehrt ist die Konzentration von Investitionen in 3-4 kritische Technologien eine Frage der selektiven Souveränität.</strong> : die Segmente identifizieren, in denen eine Abhängigkeit strategisch inakzeptabel wäre (Quantencomputer, spezialisierte Halbleiter, frugale KI, erklärbare KI), und dort eine echte Autonomie aufbauen. Dabei geht es nicht um völlige Autarkie - ein teures und ineffizientes Hirngespinst -, sondern um die Beherrschung der Technologien, die unsere Fähigkeit bedingen, unsere eigenen Spielregeln festzulegen.</p>
<p><strong>Der Schlüssel ist, dass diese souveränen Technologien selbst unsere eigenen Standards der Offenheit einhalten müssen</strong>. Anders ausgedrückt : <strong>Souveränität bei den Fähigkeiten, Offenheit bei den Protokollen</strong>. ASML, unser paradigmatisches Beispiel, veranschaulicht diese Synthese perfekt: technologisches Monopol (Souveränität) in einem offenen und internationalen Ökosystem (Interoperabilität). In ähnlicher Weise zielt InvestAI darauf ab, europäische Gigafactories zu schaffen (Computational Souveränität) und gleichzeitig einen offenen Zugang für das gesamte wissenschaftliche und industrielle Ökosystem zu gewährleisten (offene Standards).</p>
<p>Diese Dialektik zwischen strategischer Konzentration und systemischer Offenheit ist kein Widerspruch, sondern unser einzigartiges Wertangebot: der Welt eine Alternative zu den vorherrschenden geschlossenen Modellen zu bieten und gleichzeitig unsere Autonomie in den kritischen Segmenten zu gewährleisten. Genau diese Synthese ist es, die den europäischen "Dritten Weg" von einer rhetorischen Sehnsucht in eine geopolitische Realität verwandeln kann.</p>
<h3>Die zivilisatorische Herausforderung: Von der historischen Verantwortung</h3>
<p>Über den wirtschaftlichen Wettbewerb hinaus wirft die europäische KI-Strategie eine grundlegende Frage der politischen Philosophie auf: Kann eine technologisch fortgeschrittene Gesellschaft auf Dauer die Errungenschaften des liberalen Konstitutionalismus - Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung, Minderheitenschutz, individuelle Autonomie - bewahren? Oder bedeutet technologischer Fortschritt notwendigerweise, wie einige autoritäre Theoretiker behaupten, eine Schwächung der demokratischen Zwänge im Namen der Effizienz?</p>
<p>Europa trägt die alleinige Last, empirisch zu beweisen, dass die erste Option praktikabel ist. Weder die USA - wo die Regulierung der KI weitgehend der Selbstregulierung der Unternehmen überlassen bleibt - noch China - wo die KI explizit den Zielen der sozialen Kontrolle dient - können diese Synthese zwischen technologischer Innovation und Grundrechten verkörpern. Diese Verantwortung ergibt sich direkt aus der europäischen Geschichte: In Europa wurden gleichzeitig die individuellen Freiheiten (Habeas Corpus, Meinungsfreiheit) und die industrielle Revolution erfunden. In Europa wurde im 20. Jahrhundert das Wagnis eingegangen, die wirtschaftliche Macht demokratisch zu regulieren. In Europa überlebten die Institutionen des liberalen Konstitutionalismus nach den totalitären Katastrophen.</p>
<p>Aus dieser historischen Legitimität ergibt sich eine strategische Verpflichtung: zu zeigen, dass Ethik und Innovation keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig konstituieren. Der europäische Misserfolg im Bereich der KI wäre nicht nur eine wirtschaftliche Niederlage - er würde die Unmöglichkeit einer technologischen Moderne signalisieren, die die Menschenrechte respektiert, und damit autoritäre Thesen über die Unvereinbarkeit von Demokratie und technologischer Effizienz bestätigen.</p>
<p><strong>Die letzte Frage ist also nicht technischer, sondern politischer Natur</strong> Die Frage ist, ob die Europäische Union den kollektiven Willen besitzt, diese potenziellen Stärken in tatsächliche Macht umzuwandeln. Verfügt sie über die notwendige strategische Disziplin, um über Wahlwechsel und Spannungen zwischen den Mitgliedstaaten hinweg einen Kurs über zwanzig Jahre hinweg beizubehalten? Kann sie die Versuchung des nationalen Rückzugs überwinden, um die gemeinsame Infrastruktur aufzubauen, die für die kontinentale Souveränität unerlässlich ist?</p>
<p>Diese Fragen gehören nicht in den Bereich der vorausschauenden Analyse - sie erfordern unmittelbare politische Entscheidungen. Die Zeit der strategischen Überlegungen ist vorbei. Jetzt kommt die Zeit der Umsetzung. Die Geschichte wird Europa nicht nach der Qualität seiner Prinzipien beurteilen, sondern nach seiner Fähigkeit, diese in dauerhaften technologischen Institutionen zu verkörpern. Unsere Generation trägt die Verantwortung für dieses Urteil.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2>BIBLIOGRAPHIE</h2>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Plaidoyer pour la liberté fondamentale d’avorter (Contre les idées liberticides de l&#8217;ECLJ)</title>
		<link>https://aepl.eu/de/pladoyer-fur-die-grundfreiheit-davor-gegen-die-freiheitsfeindlichen-ideen-des-leclj/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Guy T hooft]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Nov 2025 07:53:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Info Lettres]]></category>
		<guid ispermalink="false">https://aepl.eu/?p=992</guid>

					<description><![CDATA[<p>Executive Summary Kernaussage: Abtreibung ist keine Meinung, sondern ein Recht. Die ECLJ und ihre Verbündeten wollen die Freiheiten von Frauen im Namen einer religiösen Moral einschränken. Dabei sind die Wissenschaft, das europäische Recht und die Mehrheit der Bürgerinnen und...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3 style="text-align: center"><strong><u>Executive Summary</u></strong></h3>
<p><strong><em>Kernbotschaft: Abtreibung ist keine Meinung, sondern ein Recht. Die ECLJ und ihre Verbündeten wollen die Freiheiten von Frauen im Namen einer religiösen Moral einschränken. Doch die Wissenschaft, das europäische Recht und die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger unterstützen den Schwangerschaftsabbruch als ein Grundrecht. Die wahre Frage lautet nicht "pro Leben" oder "pro Wahl", sondern: Wollen wir ein Europa, in dem Frauen frei über ihren Körper entscheiden können? oder ein Europa, in dem religiöse Lobbys allen ihre Dogmen aufzwingen? Lassen Sie uns handeln, damit die Europäische Bürgerinitiative (EBI) "My Voice, My Choice" Wirklichkeit wird!</em></strong></p>
<h3 style="text-align: center"><strong><u>Argumentarium der AEPL</u></strong></h3>
<p><strong><u>a) Die Europäische Bürgerinitiative "My Voice, My Choice": eine Bewegung für die Autonomie der Frauen</u></strong></p>
<p>L'<strong>Europäische Bürgerinitiative (EBI) "My Voice, My Choice" (Meine Stimme, meine Wahl)</strong>ist eine historische Bewegung, die von über 300 feministischen und Menschenrechtsorganisationen in ganz Europa getragen wird. Ihre Ziele: <strong>den Zugang zu sicheren, legalen und zugänglichen Abtreibungen in allen EU-Mitgliedstaaten zu gewährleisten</strong>. Die EBI hat über eine Million gültige Unterschriften gesammelt und damit die Schwelle für eine Prüfung durch die Europäische Kommission deutlich überschritten.</p>
<p>Diese Initiative ist eine Reaktion auf die eklatanten Ungleichheiten beim Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen in Europa. In einigen Ländern, wie Polen oder Malta, zwingen gesetzliche Beschränkungen Tausende von Frauen dazu, heimliche Abtreibungen vorzunehmen oder ins Ausland zu reisen, oft unter unsicheren und teuren Bedingungen. "My Voice, My Choice" fordert die EU auf <strong>einen Mechanismus zur finanziellen Unterstützung einrichten</strong> um Frauen den Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen im Einklang mit den nationalen Gesetzen zu ermöglichen und <strong>Abtreibung zu einem Grundrecht machen</strong>Die EU-Institutionen schützen ihn.</p>
<p>Die Organisatoren, darunter die<strong>Slowenisches Institut vom 8. März</strong>betonen die Bedeutung einer <strong>ganzheitlicher Ansatz</strong> Sexuelle Aufklärung, kostenloser Zugang zu Verhütungsmitteln und eine starke Sozialpolitik, um die Zahl der Abtreibungen zu verringern. Ihre Botschaft ist klar: <strong>die körperliche Autonomie von Frauen nicht verhandelbar ist</strong>. Die Antwort der Europäischen Kommission wird für den <strong>2. März 2026</strong>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><u>b) Die freiheitsfeindlichen Aktivitäten der ECLJ: Wer sind diese Ultrakonservativen?</u></strong></p>
<p>Die <strong>European Center for Law and Justice (ECLJ)</strong> ist eine 1998 gegründete Nichtregierungsorganisation, die mit der<strong>American Center for Law and Justice (ACLJ)</strong>eine konservative evangelikale Rechtslobby in den USA. Geleitet wird sie von <strong>Grégor Puppinck</strong> und <strong>Jay Alan Sekulow</strong> (ehemaliger Anwalt von Donald Trump), stellt sich das ECLJ als Verteidiger der "Menschenrechte" und der "Menschenwürde" dar, doch seine Agenda ist eindeutig <strong>Abtreibungsgegner, Gegner der Homo-Ehe und Sterbehilfegegner</strong>.</p>
<p><strong>Nämlich</strong></p>
<ul>
<li><strong>Grégor Puppinck</strong> : Französischer Jurist, Generaldirektor der ECLJ, bekannt als<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a> für seine Stellungnahmen gegen Abtreibung, PMA für homosexuelle Paare und die "Gendertheorie". Er vertritt eine Vision <strong>naturalistisch und christlich</strong> des Rechts, die dem moralischen Relativismus entgegengesetzt ist.</li>
<li><strong>Jay Alan Sekulow</strong> : US-amerikanischer Anwalt, Gründer des ACLJ, eng verbunden mit<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a> konservativen evangelikalen Kreisen. Er ist vor dem Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten aufgetreten, um religiöse Anliegen zu vertreten.</li>
<li><strong>Finanzierung</strong> : Die ECLJ wird hauptsächlich von der ACLJ finanziert, die Millionen von Dollar von evangelikalen Spendern in den USA aufbringt. Im Jahr 2019 hat die ACLJ über eine Million US-Dollar an die ECLJ gezahlt.</li>
</ul>
<p><strong>Ihre Lobbyarbeit gegen Abtreibung</strong></p>
<p>Die ECLJ führt eine <strong>aggressive Kampagne</strong> gegen den Schwangerschaftsabbruch in Europa, indem sie Konferenzen organisiert, Berichte veröffentlicht und vor der <strong>Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR)</strong>. Ihre Strategie beruht auf :</p>
<ul>
<li><strong>Die Manipulation von Zeugenaussagen</strong> : Bei einer Konferenz im Europäischen Parlament im Oktober 2025 lud ECLJ Frauen ein, über ihr "Leiden nach der Abtreibung" zu berichten, und zitierte eine IFOP-Studie aus dem Jahr 2020, wonach <strong>92 % der Frauen würden sagen, dass eine Abtreibung Spuren hinterlässt, mit denen sie nur schwer leben können</strong>. Dennoch ist diese Studie <strong>von der wissenschaftlichen Gemeinschaft bestritten</strong> für seine mangelnde methodische Strenge.</li>
<li><strong>Die Förderung einer geburtenfreundlichen Politik</strong> ECLJ lobt die Politik von Ungarn oder Italien, wo Familien finanzielle Unterstützung erhalten, aber <strong>ohne die Autonomie der Frauen zu garantieren</strong>. Ihre Ziele : <strong>die EU-Finanzierung von Pro-Abtreibungsprogrammen streichen</strong> und diese Gelder in "Alternativen zur Abtreibung" umleiten.</li>
<li><strong>Einfluss auf die Abgeordneten des Europäischen Parlaments</strong> : Auf ihrer Konferenz unterstützten acht Europaabgeordnete (darunter Mitglieder der EVP und der ECR) ihre Positionen und zeigten damit ihre <strong>Fähigkeit, Institutionen zu beeinflussen</strong>.</li>
</ul>
<p><strong>Eine irreführende und gefährliche Rede</strong></p>
<p>Das ECLJ stellt Abtreibung als "ideologische Falle" und "immer traumatische Handlung" dar. Dennoch <strong>die Daten der WHO und der Amerikanischen Akademie für Pädiatrie</strong> zeigen, dass die Mehrheit der Frauen ein <strong>Erleichterung</strong> nach einer Abtreibung, insbesondere wenn die Entscheidung frei und begleitet war. Ihre Rhetorik zielt darauf ab <strong>Frauen Schuldgefühle einreden</strong> und zu <strong>ihre Rechte einschränken</strong>In der Regel werden die Menschen unter dem Deckmantel des "Schutzes des Lebens" in die Schule geschickt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><u>c) Der Schwangerschaftsabbruch, ein von der Europäischen Union anerkanntes Grundrecht</u></strong></p>
<p>L'<strong>Freiwilliger Schwangerschaftsabbruch (Abtreibung) ist ein Grundrecht</strong>, geschützt durch die <strong>Charta der Grundrechte der Europäischen Union</strong> und durch die europäische Rechtsprechung.</p>
<p><strong>Die rechtlichen Grundlagen</strong></p>
<ol>
<li><strong>Menschenwürde (Artikel 1)</strong> Das Recht auf körperliche Selbstbestimmung ist ein Grundpfeiler der Würde. Ebenso wie eine Frau zur Abtreibung zu zwingen, obwohl sie dies nicht wünscht, ist der Zwang, eine ungewollte Schwangerschaft fortzusetzen, ein <strong>Verletzung seiner körperlichen und geistigen Integrität</strong>.</li>
<li><strong>Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit (Artikel 3)</strong> Abtreibung: Der Schwangerschaftsabbruch schützt Frauen vor den Risiken einer ungewollten Schwangerschaft oder einer illegalen Abtreibung.</li>
<li><strong>Achtung des Privatlebens (Artikel 7)</strong> Die Entscheidung für eine Abtreibung ist eine Intimsphäre. Die <strong>Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR)</strong> hat wiederholt bestätigt, dass der Zugang zum Schwangerschaftsabbruch ein <strong>geschütztes Recht</strong> (Urteil <em>Tysiącz v. Polen</em>, 2007).</li>
<li><strong>Gleichstellung der Geschlechter (Artikel 23)</strong> Abtreibung verweigern verschärft die Ungleichheit, indem es die Autonomie der Frauen einschränkt.</li>
<li><strong>Nichtdiskriminierung (Artikel 21)</strong> Die Einschränkungen des Schwangerschaftsabbruchs diskriminieren Frauen in prekären Verhältnissen, die es sich nicht leisten können, ins Ausland zu reisen.</li>
<li><strong>Recht auf Gesundheit (Artikel 35)</strong> : Die WHO betrachtet Schwangerschaftsabbruch als ein <strong>wesentlicher Gesundheitsdienst</strong>. Länder, in denen Abtreibung legal ist, haben <strong>niedrigere Müttersterblichkeitsrate</strong>.</li>
</ol>
<p><strong>Internationale Anerkennung</strong></p>
<ul>
<li>Die <strong>CEDAW (Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau)</strong> ermutigt die Staaten, den Zugang zum Schwangerschaftsabbruch zu gewährleisten.</li>
<li>L'<strong>WHO</strong> betont, dass die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs die Müttersterblichkeit um <strong>70 %</strong>.</li>
</ul>
<p><strong>Schlussfolgerung</strong> : Abtreibung ist kein "Privileg", sondern ein <strong>grundlegendes Menschenrecht</strong>Der Begriff "Bürgerrechte" wird durch europäisches und internationales Recht geschützt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><u>d) Gegenargumente zu den Ideen der ECLJ: die wissenschaftliche und rechtliche Realität</u></strong></p>
<p>Die ECLJ verwendet <strong>emotionale und voreingenommene Argumente</strong> um den Schwangerschaftsabbruch zu diskreditieren. Ihre Thesen sind aus folgenden Gründen <strong>unbegründet</strong> :</p>
<ol>
<li><strong> "Abtreibung ist immer traumatisch".</strong></li>
</ol>
<ul>
<li><strong>Realität</strong> : Seriöse Studien (WHO, <em>Sozialwissenschaften &amp; Medizin</em>, 2018) zeigen, dass <strong>Erleichterung ist häufiger als Bedauern</strong>. Das Leiden nach einer Abtreibung ist oft mit der <strong>soziale Stigmatisierung</strong>Es geht nicht um die Handlung an sich.</li>
<li><strong>Methodische Schieflage</strong> : Die vom ECLJ zitierten Studien (wie die des FIAF) sind <strong>nicht repräsentativ</strong> und <strong>orientiert</strong>. Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2018 kommt zu dem Schluss, dass Frauen, die eine Abtreibung vornehmen, nicht <strong>nicht mehr Risiko für psychische Gesundheitsprobleme</strong> als diejenigen, die eine ungewollte Schwangerschaft austragen.</li>
</ul>
<ol start="2">
<li><strong> "Abtreibung verneint die Rechte des ungeborenen Kindes".</strong></li>
</ol>
<ul>
<li><strong>Rechtliche Realität</strong> Internationales Recht (EMRK, New Yorker Übereinkommen) <strong>erkennt dem Fötus vor der Geburt keine Rechtspersönlichkeit zu</strong>. Der Europäische Gerichtshof erinnerte daran, dass <strong>die Autonomie der Frau hat Vorrang</strong> (<em>A, B und C gegen Irland</em>, 2010).</li>
<li><strong>Stufenweiser Ansatz</strong> : Die europäischen Gesetzgebungen (Frankreich, Belgien, Deutschland) erkennen dem Fötus zunehmende Rechte zu. <strong>ohne jene der Frau zu verleugnen</strong>.</li>
</ul>
<ol start="3">
<li><strong> "Pro-Choice-Bewegungen verharmlosen das Leiden von Frauen"</strong></li>
</ol>
<ul>
<li><strong>Realität</strong> : Die Pro-Choice-Bewegungen <strong>leugnen die Komplexität nicht</strong> der Abtreibung, sondern treten für das Recht der Frauen auf <strong>ohne Stigmatisierung entscheiden</strong>. Länder, in denen der Schwangerschaftsabbruch legal und begleitet ist (Niederlande, Schweden), haben <strong>weniger Komplikationen und Bedauern</strong> als solche, in denen sie eingeschränkt ist.</li>
</ul>
<ol start="4">
<li><strong> "Alternativen zum Schwangerschaftsabbruch müssen finanziert werden".</strong></li>
</ol>
<ul>
<li><strong>Realität</strong> Die Politik zur Unterstützung von Familien (Sozialleistungen, Elternurlaub) ist <strong>notwendig, aber unzureichend</strong>. In Polen, wo der Schwangerschaftsabbruch sehr eingeschränkt ist, ist die Zahl der illegalen Abtreibungen nach wie vor hoch.</li>
<li><strong>Methodische Schieflage </strong>Die Verringerung der Inanspruchnahme von Schwangerschaftsabbrüchen erfordert drei verschiedene Säulen: a) <strong>Sexualerziehung, b) Zugang zu Verhütungsmitteln und c) starke Sozialpolitik</strong> (Wohnen, Beschäftigung, Kinderbetreuung).</li>
</ul>
<ol start="5">
<li><strong> "Öffentliche Gelder dürfen keine Abtreibung finanzieren".</strong></li>
</ol>
<ul>
<li><strong>Realität</strong> Die EU kann keine einheitliche Politik vorschreiben, aber sie muss Folgendes gewährleisten <strong>den Zugang zur Gesundheitsversorgung</strong>. Die EU-Fonds finanzieren Programme für <strong>umfassende reproduktive Gesundheit</strong>Die Zahl der Abtreibungen sinkt.</li>
</ul>
<p><strong>Schlussfolgerung</strong> : Die Argumente der ECLJ beruhen auf <strong>selektive Daten, verzerrte rechtliche Auslegungen und eine moralisierende Sichtweise</strong> über die Sexualität zu informieren. Ihre Ziele: <strong>die Rechte von Frauen einschränken</strong> unter dem Deckmantel des "Schutzes des Lebens".</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><u>e) Die Entscheidung über eine Abtreibung liegt bei den Frauen, nicht bei Geistlichen oder Partnern.</u></strong></p>
<p>Körperliche Autonomie ist ein <strong>unveräußerliches Recht</strong>. Hier sind die Gründe, warum die Entscheidung über eine Abtreibung zurückgehen muss <strong>nur bei schwangeren Frauen</strong> :</p>
<ol>
<li><strong> Körperliche Autonomie: ein Grundprinzip</strong></li>
</ol>
<ul>
<li><strong>Internationales Recht</strong> Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (Artikel 3) schützt <strong>körperliche Unversehrtheit und persönliche Freiheit</strong>. Eine Schwangerschaft erzwingt <strong>große physische, psychologische und soziale Veränderungen</strong> an die Frau.</li>
<li><strong>Ausschließliche Verantwortung</strong> Die Risiken (Komplikationen, Müttersterblichkeit) und Folgen (psychische Belastung, elterliche Verantwortung) wiegen schwer. <strong>nur auf die Frau</strong>.</li>
</ul>
<ol start="2">
<li><strong> Die Rolle der Männer: Unterstützung, nicht Entscheidung</strong></li>
</ol>
<ul>
<li>Männer können <strong>ihre Meinung äußern</strong>aber <strong>können nicht entscheiden</strong> über die Stellung der Frau.</li>
<li><strong>Beispiel</strong> In Frankreich wurde mit dem Veil-Gesetz (1975) anerkannt, dass "keine Frau leichten Herzens zur Abtreibung greift", aber dass <strong>es zu verbieten verschlimmert das Leiden</strong>.</li>
</ul>
<ol start="3">
<li><strong> Kritik an religiöser Einmischung</strong></li>
</ol>
<ul>
<li><strong>Biblische Schieflage</strong> : Die heiligen Texte (Bibel, Koran) wurden in <strong>patriarchale Kontexte</strong>. Beispielsweise behandelt das Alte Testament Abtreibung nicht unter dem Gesichtspunkt der Zustimmung oder des Rechts der Frau, sondern eher als Vermögensschaden für den Ehemann.</li>
<li><strong>Historische Kontrolle</strong> : Religiöse Institutionen dienten oft <strong>die Sexualität von Frauen kontrollieren</strong>Sie haben ihre Freiheit im Namen einer aufgezwungenen Moral eingeschränkt.</li>
</ul>
<ol start="4">
<li><strong> Gleichheit und soziale Gerechtigkeit</strong></li>
</ol>
<ul>
<li><strong>Verschärfte Ungleichheit</strong> Abtreibungsverbot: Das Verbot von Abtreibungen bestraft arme Frauen, die sich eine Reise ins Ausland nicht leisten können.</li>
<li><strong>Beispiel</strong> : In den USA, nach der Absage von <em>Roe v. Wade</em>Die Zahl der illegalen Abtreibungen hat in den restriktiven Staaten zugenommen.</li>
</ul>
<p><strong>Schlussfolgerung</strong> : Die Entscheidung für eine Abtreibung ist eine <strong>Frage der Würde, der Freiheit und der Gerechtigkeit</strong>. Frauen müssen wählen können <strong>ohne religiöse oder männliche Einmischung</strong>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><u>f) Religiöse Dogmen: nicht überprüfbare Hypothesen, keine universellen Wahrheiten</u></strong></p>
<p>Die Argumente der ECLJ beruhen auf <strong>religiöse Dogmen</strong>, die <strong>unbewiesene Annahmen</strong>Es handelt sich dabei nicht um wissenschaftliche Fakten.</p>
<ol>
<li><strong> Dogmen: nicht falsifizierbare Behauptungen</strong></li>
</ol>
<ul>
<li><strong>Fehlender empirischer Beweis</strong> : Es gibt keine Beweise, die die Existenz eines Gottes oder einer göttlichen Offenbarung bestätigen. Gläubige berufen sich auf den "Glauben", wodurch diese Überzeugungen <strong>außerhalb des Bereichs der Vernunft</strong>.</li>
<li><strong>Beweislast</strong> : In der Logik ist es die Aufgabe desjenigen, der die Existenz Gottes behauptet, den Beweis dafür zu erbringen (<em>Ockhams Rasiermesser</em>).</li>
</ul>
<ol start="2">
<li><strong> Heilige Texte: Menschenwerk, nicht göttliche Worte</strong></li>
</ol>
<ul>
<li><strong>Historischer Hintergrund</strong> Die Bibel und der Koran wurden von Männern geschrieben, in <strong>patriarchalische und sklavenhaltende Gesellschaften</strong>. Ihre Gesetze spiegeln die <strong>Normen ihrer Zeit</strong>Es ist keine universelle Moral.</li>
<li><strong>Sachliche Fehler</strong> : Diese Texte enthalten Beschreibungen der Welt <strong>heute von der Wissenschaft widerlegt</strong> (Flache Erde, Kreationismus).</li>
</ul>
<ol start="3">
<li><strong> Die Trennung von Staat und Kirche: eine Notwendigkeit für ein friedliches Zusammenleben</strong></li>
</ol>
<ul>
<li><strong>Neutralität des Staates</strong> In einer pluralistischen Gesellschaft <strong>religiöse Dogmen durchsetzen</strong> für alle gilt, ist ungerecht. Die Trennung von Staat und Kirche stellt sicher, dass Gesetze auf folgenden Grundlagen beruhen <strong>die Vernunft und die demokratische Debatte</strong>Die meisten Menschen haben sich nicht auf fragwürdige Enthüllungen verlassen.</li>
<li><strong>Prinzip</strong> : Die Trennung von Staat und Kirche ermöglicht es jedem, nach seinen Überzeugungen zu leben. <strong>ohne sie anderen aufzuzwingen</strong>.</li>
</ul>
<p><strong>Schlussfolgerung</strong> : Religiöse Dogmen sind <strong>Kulturbauten</strong>Sie sind keine universellen Wahrheiten. Sie sollten nicht die Gesetze einer säkularen Gesellschaft diktieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><u>g) Toleranz in beide Richtungen: Laien zensieren die ECLJ nicht</u></strong></p>
<p>Im Gegensatz zur ECLJ, die versucht <strong>ihre religiösen Werte durchsetzen</strong> an alle Verfechter des Säkularismus <strong>fordern nicht das Verbot christlicher Dogmen</strong>. Sie fordern lediglich, dass :</p>
<ul>
<li>Religiöse Überzeugungen bleiben in der Privatsphäre.</li>
<li>Gesetze auf universellen Prinzipien (Menschenrechte, Gleichheit, Wissenschaft) und nicht auf Dogmen beruhen.</li>
</ul>
<p><strong>Beispiel</strong> : Niemand hindert die ECLJ daran, ihre Überzeugungen zu lehren, aber niemand kann <strong>durchsetzen</strong> diese Überzeugungen gegenüber denjenigen, die sie nicht teilen.</p>
<p><strong>Schlussfolgerung</strong> : Wahre Toleranz ist <strong>akzeptieren, dass jeder nach seinen Überzeugungen lebt, ohne sie anderen aufzuzwingen</strong>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3 style="text-align: center"><strong><u>Zusammenfassung der Argumente der AEPL</u></strong></h3>
<p>Aus diesem Grund muss der Schwangerschaftsabbruch ein Grundrecht in der Europäischen Union bleiben:</p>
<ol>
<li><strong>"My Voice, My Choice" (Meine Stimme, meine Wahl)</strong> : Eine historische Europäische Bürgerinitiative, die von 300 Organisationen getragen wird, um den Zugang zu einer Abtreibung zu gewährleisten <strong>sicher, legal und finanziert</strong> in der gesamten EU. <strong>Über eine Million Unterschriften</strong> haben die Europäische Kommission gezwungen, bis März 2026 eine Entscheidung zu treffen.</li>
<li><strong>Die ECLJ - eine gefährliche Anti-Abtreibungslobby</strong> : Finanziert von evangelikalen Spendern aus den USA, verwendet diese Gruppe <strong>voreingenommene Zeugenaussagen</strong>Die <strong>nicht-wissenschaftliche Studien</strong>und eine <strong>Einflussstrategie</strong> bei den Abgeordneten des Europäischen Parlaments, um den Schwangerschaftsabbruch einzuschränken. Ihre Ziele: <strong>die staatliche Finanzierung von Abtreibungen abschaffen</strong> und zwangsweise eine Geburtenpolitik durchsetzen.</li>
<li><strong>Abtreibung - ein von der EU geschütztes Recht</strong> Die Charta der Grundrechte der EU erkennt den Schwangerschaftsabbruch als ein Recht an, das mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung verbunden ist. <strong>Würde</strong>, l'<strong>körperliche Autonomie</strong>Die <strong>Privatleben</strong>und die <strong>Gesundheit</strong>. Der EGMR und die WHO bestätigen, dass <strong>Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs rettet Leben</strong>.</li>
<li><strong>Die Argumente der ECLJ sind unbegründet</strong> :</li>
</ol>
<ul>
<li><strong>Falsche</strong> Abtreibung sei "immer traumatisch". <strong>Realität</strong> Die Mehrheit der Frauen verspürt Erleichterung (WHO, 2021).</li>
<li><strong>Falsche</strong> Abtreibung "negiert die Rechte des Fötus". <strong>Realität</strong> : Das internationale Recht schützt in erster Linie die Autonomie der Frau (EGMR, 2010).</li>
<li><strong>Falsche</strong> : Allein die "familienunterstützenden Maßnahmen" würden ausreichen. <strong>Realität</strong> : Ohne Sexualaufklärung und Zugang zu Verhütungsmitteln scheitern diese Maßnahmen (z. B. Polen).</li>
</ul>
<ol start="5">
<li><strong>Die Entscheidung liegt bei den Frauen, nicht bei den Geistlichen</strong> : Körperliche Autonomie ist ein <strong>Menschenrecht</strong>. Religiöse Texte, die in patriarchalischen Gesellschaften verfasst wurden, <strong>können die Gesetze nicht diktieren</strong> eines säkularen Europas.</li>
<li><strong>Religiöse Dogmen sind keine wissenschaftlichen Wahrheiten</strong> : Sie beruhen auf <strong>nicht überprüfbare Annahmen</strong>. Eine demokratische Gesellschaft muss ihre Gesetze gründen auf <strong>auf der Vernunft, nicht auf dem Glauben</strong>.</li>
<li><strong>Toleranz funktioniert in beide Richtungen</strong> Säkulare fordern kein Verbot der ECLJ-Glaubenssätze, lehnen es aber ab, dass diese <strong>sind für alle verbindlich</strong>.</li>
</ol>
<p style="text-align: left">Guy T'hooft, Past Präsident von AEPL</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> <a href="https://genethique.org/author/gregor-puppinck">https://genethique.org/author/gregor-puppinck</a><br />
<a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> Le monde diplomatique, "Évangéliques en France, chronique d'un essor politique" (Evangelikale in Frankreich, Chronik eines politischen Aufschwungs), Dezember 2024.</p><p>The post <a href="https://aepl.eu/de/pladoyer-fur-die-grundfreiheit-davor-gegen-die-freiheitsfeindlichen-ideen-des-leclj/">Plaidoyer pour la liberté fondamentale d’avorter (Contre les idées liberticides de l&rsquo;ECLJ)</a> appeared first on <a href="https://aepl.eu/de">Association Européenne de la Pensée Libre</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Logement dans l&#8217;UE : Stratégies pour les personnes, les familles et les jeunes générations</title>
		<link>https://aepl.eu/de/wohnen-in-lue-strategien-fur-menschen-familien-und-junge-generationen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Guy T hooft]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jun 2025 10:03:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Info Lettres]]></category>
		<guid ispermalink="false">https://aepl.eu/?p=968</guid>

					<description><![CDATA[<p>Mitteilung vom 4. Juni 2025 an das Europäische Parlament Ich bin hier auf Anfrage der European Free Thought Association [EFTA] als Experte für Wohnraumförderung und als Vorsitzender des Vereins Solidarité Logement. Solidarität Wohnen...</p>
<p>The post <a href="https://aepl.eu/de/wohnen-in-lue-strategien-fur-menschen-familien-und-junge-generationen/">Logement dans l&rsquo;UE : Stratégies pour les personnes, les familles et les jeunes générations</a> appeared first on <a href="https://aepl.eu/de">Association Européenne de la Pensée Libre</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mitteilung vom 4. Juni 2025 an das Europäische Parlament</p>
<p>Ich bin hier auf Wunsch des<strong>Europäische Vereinigung für freies Denken</strong> [AEPL] als<strong>Experte für Wohngeld</strong>und als Vorsitzender des Vereins <strong>Solidarität Wohnen</strong>.</p>
<p>Solidarité Logement ist ein 2009 gegründeter gemeinnütziger Verein nach belgischem Recht. Ihr Ziel ist die Bereitstellung von Wohnraum für <strong>zwei Zielgruppen, die gut mit der heutigen Problematik übereinstimmen</strong> :</p>
<ul>
<li>die <strong>Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren</strong> die schwierige Übergänge in die Selbstständigkeit erleben, häufig ohne familiäre Bindung, geschwächt und mittellos sind; und</li>
<li>die<strong> alleinstehende Frauen</strong>Diese prekäre und gefährdete Situation wird noch verstärkt, wenn sie physische oder psychische Gewalt erfahren haben.</li>
</ul>
<p>Die eigentliche Besonderheit unseres Vereins besteht darin <strong>buchstäblich Wohnraum schaffen</strong> für diese Begünstigten. Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang eine Klammer öffnen, um zu sagen, wie sehr ich Herrn Gonçalvez zustimme, der ohne das erste Panel gesprochen hat und der auf der Renovierung des bestehenden, ungesunden und/oder unbewohnten Wohnungsbestands im Gegensatz zum Bau neuer Gebäude besteht.  In den 15 Jahren unseres Bestehens haben wir mehr als 50 Wohneinheiten für mehr oder weniger 200 Begünstigte pro Jahr geschaffen. Sobald die Wohneinheiten zur Verfügung stehen, arbeiten wir mit spezialisierten Verbänden zusammen, um unsere Begünstigten zu betreuen. Die Auswahl dieser Begünstigten erfolgt nach <strong>ethische Kriterien und völlige Neutralität</strong>.</p>
<p>Da unser Verein nur in Belgien aktiv ist, habe ich Informationen aus verschiedenen Quellen gesammelt, um unsere heutige Intervention auf die Ebene der Europäischen Union zu bringen. Eine dieser Quellen ist zufällig ein Dokument, das die Europäische Kommission im letzten Jahr herausgegeben hat.</p>
<p>Es handelt sich um :</p>
<p><strong>Social Housing and beyond.</strong></p>
<p><em>An operational toolkit on the use of EU funds for investments in social housing and associated services" (Ein operatives Toolkit zur Verwendung von EU-Mitteln für Investitionen in Sozialwohnungen und damit verbundene Dienstleistungen).</em></p>
<p>Dieses unter der Ägide von Nicolas SCHMIT, dem damaligen EU-Kommissar für Beschäftigung und soziale Rechte, veröffentlichte Dokument ist sehr umfassend und betont Folgendes <strong>die Bedeutung von Dienstleistungen, die mit der Dynamik des sozialen Wohnungsbaus verbunden sind</strong>. Er stellt eine Feststellung, die für die heutige Debatte sehr nützlich ist. Man könnte ihn wie folgt zusammenfassen:</p>
<ul>
<li>Die Immobilienpreise in der Europäischen Union sind zwischen 2010 und 2023 um 48% gestiegen,</li>
<li>Die Mieten für ihren Teil von 23%,</li>
<li>Im Jahr 2022 gaben 8,7% der Bevölkerung der Union 40% (oder mehr) ihres Einkommens für Wohnen aus,</li>
<li>Gleichzeitig hatten die Inflation und die wieder steigenden Zinssätze erhebliche Auswirkungen auf die Mieten und Hypotheken,</li>
<li>Unbezahlbare Wohnungen wirken sich wiederum auf die soziale Eingliederung und die Teilnahme an Bildung und am Arbeitsmarkt aus.</li>
</ul>
<p>Auch wenn die Hauptverantwortung für die Investitionspolitik im Bereich erschwinglicher Sozialwohnungen bei den Mitgliedsstaaten liegt, haben die Politik und die Finanzierungsinstrumente der EU einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das Ökosystem des Wohnungswesens im Allgemeinen und des Sozialwohnungsbaus im Besonderen.</p>
<p>Das oben genannte Dokument enthält eine Reihe von Maßnahmen zur Förderung des sozialen und erschwinglichen Wohnungsbaus für den Zeitraum 2021-2027. Zu diesem Zweck gibt es einen Überblick über alle EU-Fonds, die in diesem Zeitraum Investitionen in Sozialwohnungen und damit verbundene Dienstleistungen unterstützen sollen. <strong>Man kann sicherlich nicht sagen, dass die Union das Thema auf die leichte Schulter nimmt</strong> Zwischen dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und dem Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds gibt es nicht weniger als neun Pläne und Programme, die direkt oder indirekt für die hier behandelte Problematik relevant sind. Diese Fonds und Programme werden alle aus dem EU-Haushalt finanziert, unterscheiden sich aber in der Art ihrer Verwaltung. Diese lassen sich in drei Typen unterteilen:</p>
<ul>
<li>Direktes Management: Die EU-Finanzierung wird direkt von der Europäischen Kommission verwaltet,</li>
<li>Gemeinsame Verwaltung: Die Kommission und die nationalen Behörden verwalten gemeinsam die Finanzierung; und schließlich</li>
<li>Indirektes Management: Die Finanzierung wird von Partnerorganisationen oder anderen Behörden innerhalb oder außerhalb der EU verwaltet.</li>
</ul>
<p>In einem zweiten Schritt werden in diesem Dokument nicht weniger als 19 Projekte und Maßnahmen im Detail analysiert, die im Rahmen des Programms 2014-2020 durchgeführt wurden, von denen sich einige aber noch in der Umsetzung oder im Ausbau befinden. Was unsere Aufmerksamkeit erregt hat, ist, dass diese Projekte nach zwei Achsen kategorisiert wurden:</p>
<ul>
<li>der Ansatz, der auf <strong>geografische Lage</strong>: Der Fokus liegt eher auf dem territorialen Aspekt ;</li>
<li>der personenbezogene Ansatz: Der Fokus liegt auf einem <strong>Zielgruppe</strong> sehr spezifisch.</li>
</ul>
<p>Aus unserer Erfahrung vor Ort geht hervor, dass die beiden wichtigsten Erfolgsfaktoren unserer Arbeit -neben der Schaffung von Wohnraum natürlich- sind:</p>
<ul>
<li>die bewusste Konzentration auf <strong>eine</strong> <strong>klar definierte Zielgruppe</strong>. Da die Prekarität überall und in jeder Hinsicht besteht, ist es zwingend erforderlich, innerhalb des sozialen Zwecks zu bleiben, den man sich selbst gegeben hat; und</li>
<li><strong>die Begleitung der Begünstigten bis zur vollständigen Selbstständigkeit durch spezialisierte Vereinigungen</strong> in derselben Zielgruppe von Begünstigten (Jugendliche in Schwierigkeiten, Frauen, alleinstehend, Migranten, MENA, ...). Dies wurde vorhin von Kommissar Brunner erwähnt, aber es ist wichtig, immer und immer wieder zu wiederholen, dass sozialer Wohnungsbau nicht beim Ziegelstein endet.</li>
</ul>
<p>Zur Veranschaulichung möchte ich eines der 19 oben genannten Projekte heranziehen. Es handelt sich um ein Projekt in <strong>Antwerpen in 2017-2019</strong>. Es geht um das gemeinsame Wohnen von unbegleiteten jugendlichen Flüchtlingen, insbesondere von solchen, die das Erwachsenenalter (17-22 Jahre) erreichen und dadurch die Unterkunft verlieren, die ihnen als Minderjährigen zugewiesen worden war. Das Projekt war ein großer Erfolg (75 Wohngemeinschaften zu einem durchschnittlichen Mietpreis von 250 € für eine Dauer von 1 bis 3 Jahren), weil -unter anderem- :</p>
<ul>
<li>das Projekt ging über reines Wohnen hinaus: Zusammenleben mit flämischen Jugendlichen aus Antwerpen, Bildung und Sprachkurse, soziales Networking, psychologische Beratung und Zugang zu Beschäftigung ;</li>
<li>es wurde von zahlreichen anerkannten lokalen Vereinigungen betreut, die in den oben genannten Empowermentbereichen tätig sind.</li>
</ul>
<p>Unserer Meinung nach könnte dieses Projekt als Modellprojekt für die Zukunft genommen werden, da es alle Erfolgsfaktoren in sich vereint.</p>
<p>Ich möchte klarstellen, dass unsere Organisation nicht an diesem Projekt beteiligt war.</p>
<p>Abschließend möchte ich sagen, dass wir zwar vor dem Gesetz alle gleich sind (ich erinnere Sie an die Europäische Menschenrechtskonvention), dies aber eindeutig nicht für den Wohnraum gilt. <strong>Lassen Sie uns alle gemeinsam versuchen, diese Ungleichheit zu verringern.</strong></p>
<p>Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit,</p>
<p>Didier Giblet</p>
<p>Präsident von Solidarité Logement</p>
<p>Wohnexperte für AEPL</p><p>The post <a href="https://aepl.eu/de/wohnen-in-lue-strategien-fur-menschen-familien-und-junge-generationen/">Logement dans l&rsquo;UE : Stratégies pour les personnes, les familles et les jeunes générations</a> appeared first on <a href="https://aepl.eu/de">Association Européenne de la Pensée Libre</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Was die Europäische Kommission im Jahr 2025 vorschlägt (CWP 2025)</title>
		<link>https://aepl.eu/de/was-die-europaische-kommission-im-jahr-2025-vorschlagt-cwp-2025/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Guy T hooft]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 10 Apr 2025 09:44:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Info Lettres]]></category>
		<guid ispermalink="false">https://aepl.eu/?p=965</guid>

					<description><![CDATA[<p>"Jedes Jahr verabschiedet die Kommission ihr Arbeitsprogramm, in dem sie neue politische Maßnahmen und Gesetzesinitiativen auflistet, die sie der Legislativ- und Haushaltsbehörde vorschlagen wird....</p>
<p>The post <a href="https://aepl.eu/de/was-die-europaische-kommission-im-jahr-2025-vorschlagt-cwp-2025/">Ce que propose la Commission européenne en 2025 (CWP 2025)</a> appeared first on <a href="https://aepl.eu/de">Association Européenne de la Pensée Libre</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="font-weight: 400;">"Gemeinsam vorankommen: Eine kühnere, einfachere und schnellere Union".</p>
<p style="font-weight: 400;">Jedes Jahr verabschiedet die Kommission ihr Arbeitsprogramm, das die neuen politischen Maßnahmen sowie die Gesetzesinitiativen auflistet, die sie der Legislativ- und Haushaltsbehörde , dem Europäischen Parlament und dem Rat, im Laufe des Jahres vorschlagen wird. Dieses Arbeitsprogramm zeigt, wie die politischen Leitlinien und die Auftragsschreiben, die Präsidentin von der Leyen an jedes Mitglied des Kommissionskollegiums geschickt hat, im ersten Jahr umgesetzt werden sollen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Dieses Programm wird am 11. Februar 2025 verabschiedet und anschließend dem Europäischen Parlament auf seiner Plenartagung und dem Rat für Allgemeine Angelegenheiten vorgelegt. Auf der Grundlage dieses Arbeitsprogramms und der Prioritäten der anderen Institutionen erstellen das Europäische Parlament, der Rat und die Kommission eine gemeinsame Erklärung zu den legislativen Prioritäten der Europäischen Union (EU) für 2025 sowie gemeinsame Schlussfolgerungen zu diesen Prioritäten.</p>
<p style="font-weight: 400;">In diesem Jahr wird sich die Kommission vor allem auf :</p>
<ol>
<li><strong>Nachhaltiger Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit ;</strong></li>
<li><strong>Stärkung der Verteidigung und der Sicherheit ;</strong></li>
<li><strong>Menschen unterstützen und unsere Gesellschaften und unser Sozialmodell stärken ;</strong></li>
<li><strong>Unsere Lebensqualität erhalten ;</strong></li>
<li><strong>Die Demokratie schützen und unsere Werte verteidigen ;</strong></li>
<li><strong>Seine Macht und seine Partnerschaften weltweit nutzen ;</strong></li>
<li><strong>Unsere Union auf die Zukunft vorbereiten.</strong></li>
</ol>
<p style="font-weight: 400;">Das Arbeitsprogramm ist das Ergebnis einer engen Zusammenarbeit zwischen dem Europäischen Parlament, den Mitgliedsstaaten und dem Rat sowie den beratenden Gremien der EU (Ausschuss der Regionen und Wirtschafts- und Sozialausschuss). Es untersucht die Bereiche, in denen die Kommission neue Initiativen vorlegen, anhängige Vorschläge zurückziehen und das geltende EU-Recht überprüfen wird.</p>
<p style="font-weight: 400;">In diesem Jahr ist das Programm stark auf die <strong>Vereinfachung</strong>. Die Kommission will die EU-Vorschriften vereinfachen, ihre Umsetzung erleichtern und den Verwaltungsaufwand verringern. Das Arbeitsprogramm wird übrigens von einer Mitteilung begleitet, die Ziele und Instrumente enthält, um diese Belastung durch Vorschriften zu verringern und schnelle und deutliche Verbesserungen für Bürger und Unternehmen, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), zu erreichen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Kommission legt drei Reihen von Omnibusvorschlägen vor, die verschiedene Rechtsakte vereinfachen, sowie eine Rekordzahl von Initiativen, die eine starke Vereinfachungsdimension aufweisen. Erstere werden dazu beitragen, das Ziel einer Verringerung der Verwaltungslasten um mindestens 25 % und um mindestens 35 % für KMU zu erreichen. Sie beinhalten auch einen jährlichen Plan für Qualitätsbewertungen und -überprüfungen, um die Kontinuität der Vereinfachung und Verringerung der Belastungen zu gewährleisten.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die beiden folgenden Omnibusvorschläge werden sich mit der Vereinfachung von Investitionen befassen; der dritte Vorschlag wird die Vereinfachung der Meldepflichten für kleine Unternehmen mit mittlerer Kapitalisierung sowie die Abschaffung der Papierform zum Gegenstand haben.</p>
<p style="font-weight: 400;">Für die GAP, die Gemeinsame Agrarpolitik, wird ein Paket von Vereinfachungsmaßnahmen vorgeschlagen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Im Arbeitsprogramm der Kommission werden 51 neue politische Initiativen und 18 Legislativvorschläge vorgeschlagen, von denen 11 eine erhebliche Vereinfachungsdimension aufweisen. Ein Bestand von 123 früheren Vorschlägen bleibt dem Parlament und dem Rat zur Prüfung vorliegen , 41 werden jedoch zurückgezogen, da sie überholt sind oder keine Aussicht auf Annahme haben.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die wichtigsten Prioritäten des Arbeitsprogramms sind folgende:</p>
<ol>
<li><strong>Gewährleistung von nachhaltigem Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit</strong></li>
</ol>
<p style="font-weight: 400;">Dieses Ziel umfasst zahlreiche Initiativen und Gesetzesvorschläge, die im Folgenden genannt werden.</p>
<p style="font-weight: 400;"><em><u>Der Kompass der Wettbewerbsfähigkeit</u></em> bereits vorgeschlagen wurde, zielt darauf ab, die strukturellen Probleme anzugehen, die die Wettbewerbsfähigkeit Europas beeinträchtigen: ein instabiles globales Umfeld, das durch unfairen Wettbewerb, schwache Lieferketten, steigende Energiekosten, einen Mangel an Arbeitskräften und Qualifikationen und einen begrenzten Zugang zu Kapital gekennzeichnet ist.</p>
<p style="font-weight: 400;"><em><u>Eine Strategie zur Modernisierung des Binnenmarkts</u></em> wird vorgeschlagen, um die grenzüberschreitende Bereitstellung von Waren und Dienstleistungen sowie eine gerechte und effektive Mobilität der Arbeitskräfte zu erleichtern.</p>
<p style="font-weight: 400;"><em><u>Der Pakt für eine proaktive Industrie</u></em>pre, ebenfalls bereits vorgeschlagen, ist das Herzstück des Projekts zur Dekarbonisierung, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Es wird dazu beitragen, die Ziele des Grünen Pakts für Europa zu erreichen. Parallel dazu <em><u>einen Aktionsplan, um Energie erschwinglicher zu machen</u></em>für Europa wird ebenfalls vorgeschlagen.  Dies wird einen neuen Rahmen für die <em><u>staatliche Beihilfen</u> </em>und wird die Investitionen in saubere Energien verstärken. Ein Fahrplan wird Folgendes zum Ziel haben <em><u>den russischen Energieimporten ein Ende setzen</u></em>. Die Kommission wird außerdem vorstellen <em><u>ein hinweisendes Nuklearprogramm 2025</u></em> und einen Strategieplan für kleine modulare Reaktoren (Small Modular Reactor, SMP), um die beschleunigte Einführung dieser Reaktoren zu unterstützen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Ein Aktionsplan ist vorgesehen, um <em><u>die chemische Industrie mit einer gezielten Überarbeitung der geltenden Vorschriften ( REACH-Verordnung) mit dem Ziel, diese zu vereinfachen. </u></em></p>
<p style="font-weight: 400;">Ein Masterplan wird vorgeschlagen, um Fortschritte in Richtung einer <em><u>Spar- und Investitionsunion </u></em>und einen Binnenmarkt für Kapital schaffen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Kommission wird sich auch darum bemühen, das Potenzial von Daten und <em><u>Künstliche Intelligenz (KI)</u></em> und wird eine Strategie zur Stimulierung <em><u>Biotechnologie. </u></em>Außerdem wird sie einen Investitionsplan vorlegen, um <em><u>nachhaltiger Verkehr </u></em>einschließlich eines strategischen Rahmens zur Unterstützung der Produktion des nachhaltigen Kraftstoffvertriebs .</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Gesetzgebung über <em><u>digitale Netzwerke</u></em> und über die Entwicklung von <em><u>Cloud Computing</u></em> wird ebenfalls vorgestellt.</p>
<p style="font-weight: 400;">Mit <em><u>die Quantenstrategie</u></em> der EU, auf die eine Quantenverordnung folgen wird, sollte die weltweit führende Position in diesem kritischen Bereich beibehalten werden, insbesondere mit der Strategie zur Stärkung der europäischen Kapazitäten für <em><u>Forschung und Entwicklung im Bereich der Quantentechnologie</u></em>Sie können auch Geräte und Systeme herstellen, die darauf basieren.</p>
<p style="font-weight: 400;">Mit dem <em><u>Europäisches Unternehmensportfolio (European Business Wallet)</u></em> der Austausch zwischen Unternehmen und mit öffentlichen Verwaltungen dürfte neue Geschäftsmöglichkeiten freisetzen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Schließlich wird die Kommission vorstellen <em><u>eine Gesetzgebung über den Weltraum</u></em> um die Vorteile der Weltraumwirtschaft optimal zu nutzen.</p>
<ol start="2">
<li><strong>Stärkung der Sicherheit und Verteidigung</strong></li>
</ol>
<p style="font-weight: 400;">Was das Europa der Verteidigung betrifft, so wird es angesichts der russischen Drohung, seine Ansprüche über die Ukraine hinaus auszudehnen, um die beim Zerfall der ehemaligen Sowjetunion verlorenen Stücke wieder zusammenzufügen, dringend notwendig.</p>
<p style="font-weight: 400;">Dieser neue Bereich für die Verteidigung, Gegenstand des <em><u>Weißbuch über die Zukunft des Europas der Verteidigung,</u></em> der kürzlich von der Kommission vorgelegt wurde, um eine umfassende Konsultation über die Schaffung eines europäischen Rahmens für den Investitionsbedarf im Verteidigungsbereich einzuleiten, wird von mehreren anderen Vorschlägen im Bereich der Sicherheit begleitet: einer Strategie für die <em><u>Vorbereitung der EU auf Krisen</u></em> ; eine Strategie zur Vorbereitung von Maßnahmen zur Bewältigung der  <em>Bedrohungen der öffentlichen Gesundheit</em> ; um unsere Abhängigkeit von externen Lieferungen zu verringern <em><u>kritische Medikamente</u></em> ; für die <em><u>Bestandsaufbau</u></em> dieser Medikamente; für <em><u>den Waffen- und Drogenhandel bekämpfen,</u></em> ; zur Verbesserung der <em><u>Cybersicherheit</u></em> Krankenhäuser ; <em><u>Unterwasserkabel schützen</u></em> von Telekommunikation; ...</p>
<p style="font-weight: 400;">Darüber hinaus wird die Kommission ihre Bemühungen fortsetzen, um <em><u>den Pakt über Migration und Asyl umsetzen</u></em>Die Regierung des Vereinigten Königreichs hat eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Rückkehr illegaler Einwanderer zu ermöglichen.</p>
<ol start="3">
<li><strong>Menschen unterstützen und unsere Gesellschaften und unser Sozialmodell stärken</strong></li>
</ol>
<p style="font-weight: 400;">Die Kommission wird weiterhin die soziale Gerechtigkeit stärken, mit <em><u>ein neuer Aktionsplan</u></em> für die Umsetzung <em><u>des Europäischen Sockels sozialer Rechte</u></em> ;  <em><u>die Union der Kompetenzen</u></em> wird sich mit dem Qualifikations- und Arbeitskräftemangel befassen und sicherstellen, dass die Unternehmen Zugang zu den qualifizierten Arbeitskräften haben, die sie benötigen, um ihre Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Sie wird auch dafür sorgen, dass die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung über die richtigen Instrumente verfügen, um die Europäer aller Generationen durch hochwertige und integrative Bildung, Ausbildung und lebenslanges Lernen auf eine sich rasch wandelnde Zukunft vorzubereiten, sowie <em><u>hochwertige Arbeitsplätze garantieren</u></em> mit menschenwürdigen Arbeitsbedingungen, hohen Gesundheits- und Sicherheitsstandards und Tarifverhandlungen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die nächste Agenda des <em><u>Verbraucher 2025-2030</u></em> wird einen neuen Aktionsplan für Verbraucher im Binnenmarkt umfassen, der einen ausgewogenen Ansatz gewährleistet, der die Verbraucher schützt, ohne den Unternehmen übermäßige Verwaltungslasten aufzuerlegen.</p>
<ol start="4">
<li><strong>Unsere Lebensqualität erhalten: Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit, Wasser und Natur</strong></li>
</ol>
<p style="font-weight: 400;">Europa braucht eine sichere und erschwingliche Versorgung mit hochwertigen lokalen Lebensmitteln, die sozial und ökologisch nachhaltig produziert werden, den Landwirten ein gerechtes und ausreichendes Einkommen bieten, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft sichern und die natürliche Umwelt respektieren und schützen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Auf der Grundlage der Ergebnisse des strategischen Dialogs über die Zukunft der Landwirtschaft in der EU wird die Kommission Folgendes vorlegen <em><u>eine</u></em><em><u> </u></em><em><u>Vision für Landwirtschaft und Ernährung </u></em>um stabile Rahmenbedingungen für Landwirte und eine langfristige Perspektive für Wirtschaftsakteure, einschließlich Landwirten, Fischern, KMU und anderen Akteuren der Lebensmittelkette, zu gewährleisten.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Ozeane und Meere spielen eine wichtige Rolle für den Wohlstand und die Sicherheit Europas, nicht zuletzt aufgrund ihrer einzigartigen Fähigkeit, als größte Kohlenstoffsenke der Welt das Klima zu regulieren. Es ist unerlässlich zu handeln, um die Ozeane zu erhalten, sowohl heute als auch für zukünftige Generationen. <em><u>Die</u></em><em><u> </u></em><em><u>Pakt für die Ozeane</u></em> einen einheitlichen Bezugsrahmen für alle ozeanbezogenen Politiken schaffen und einen umfassenden Ansatz für den Ozean in all seinen Dimensionen festlegen wird.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser ist eine der größten Herausforderungen, denen sich Europa angesichts der Auswirkungen des Klimawandels gegenübersieht. Überschwemmungen und Dürren werden zur Normalität, wie die tragischen Ereignisse, die Europa in den letzten Jahren heimgesucht haben, zeigen. In Bezug auf <em><u>die</u></em><em><u> </u></em><em><u>Resilienz im Wasserbereich</u></em>Die Kommission schlägt einen Ansatz von der Quelle bis zum Meer und die Berücksichtigung der sehr unterschiedlichen Herausforderungen in den Regionen und Sektoren vor, um sicherzustellen, dass die Wasserquellen ordnungsgemäß bewirtschaftet werden, um Wasserknappheit und Wasserverschmutzung zu bekämpfen und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wasserindustrie zu steigern.</p>
<ol start="5">
<li><strong>Der Schutz unserer Demokratie und die Verteidigung unserer Werte werden eine Priorität sein.</strong></li>
</ol>
<p>Eine <em><u>"demokratisches Schild</u></em>" wird entwickelt werden, um auf die sich verändernden Bedrohungen für die Demokratie und die europäischen Wahlprozesse zu reagieren. Die Kommission wird weiterhin die Gleichstellung in alle ihre Politiken integrieren, indem sie von <em><u>neue Strategien</u></em> bezüglich<em><u> LGBTIQ-Personen</u></em> und der Kampf gegen den <em><u>Rassismus</u></em>. Ein Fahrplan für <em><u>die Rechte von Frauen</u></em> wird in Form von Rechten und Grundsätzen das weitere Engagement der europäischen Institutionen definieren.</p>
<ol start="6">
<li><strong>Seine Macht und seine Partnerschaften in der Welt einsetzen</strong></li>
</ol>
<p style="font-weight: 400;">Außenpolitisch wird die Arbeit für eine stabile und sichere Zukunft des Landes weiterhin Priorität haben.<em><u>'Ukraine </u></em>in einer erweiterten Union zu erarbeiten <em><u>eine Strategie für das Schwarze Meer und einen neuen Pakt für den Mittelmeerraum</u></em> zur Stärkung der regionalen Zusammenarbeit und zur Entwicklung eines neuen <em><u>Strategische Agenda EU-Indien</u></em>.</p>
<ol start="7">
<li><strong>Gemeinsam die Ziele erreichen und unsere Union für die Zukunft rüsten</strong><strong> </strong></li>
</ol>
<p style="font-weight: 400;">In den letzten fünf Jahren hat die Union einen ehrgeizigen Wandel vollzogen und gleichzeitig Generationenkrisen wie die COVID-19-Pandemie und den von Russland geführten Angriffskrieg gegen die Ukraine und die daraus resultierenden wirtschaftlichen Folgen bewältigt. Die EU hat innovative Rechtsvorschriften verabschiedet, um den doppelten Übergang voranzutreiben und unsere Widerstandsfähigkeit zu stärken. Es ist nun von entscheidender Bedeutung, die <em><u>Priorität bei der Umsetzung</u></em> und dafür zu sorgen, dass die Union <em><u>sowohl in finanzieller als auch in institutioneller Hinsicht für die Zukunft gerüstet,</u></em> aufbauend auf einer verstärkten Beziehung zu den EU-Institutionen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Kommission wird einen neuen langfristigen EU-Haushalt vorlegen (<em><u>mehrjähriger Finanzrahmen, der 2028 bis 2034 abdeckt</u></em>). Dieser wird besser auf die vereinbarten Prioritäten und Ziele abgestimmt und flexibel auf die Bereiche ausgerichtet, in denen die EU-Maßnahmen am dringendsten benötigt werden. Er wird einfacher und wirkungsvoller funktionieren und den EU-Haushalt besser nutzen, um mehr nationale, private und institutionelle Finanzierungen zu mobilisieren.</p>
<p style="font-weight: 400;">Fast 21 Jahre nach der größten Erweiterungsrunde und mit dem Ziel, die Union durch einen verdienstbasierten Beitrittsprozess zu stärken, müssen wir sicherstellen, dass wir <em><u>bereit für eine erweiterte Union</u></em>. Dank der Lehren, die aus früheren Erweiterungen gezogen wurden, ist die EU nun besser darauf vorbereitet, als Katalysator für Fortschritte zu fungieren und sich mit zunehmender Erweiterung zu vertiefen. Die politischen Überprüfungen im Vorfeld der Erweiterung werden eine detailliertere Bewertung der Folgen und Auswirkungen der Erweiterung auf alle Politikbereiche der EU ermöglichen, Lücken aufzeigen, Maßnahmen präzisieren, mit denen Herausforderungen in Chancen umgewandelt werden können, und Möglichkeiten zur Verbesserung der Governance der EU und ihrer Fähigkeit zum raschen Handeln prüfen, um sicherzustellen, dass die Politik auch in einer erweiterten Union weiterhin wirksame Ergebnisse liefern kann.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die <em><u>Kommission</u></em><em><u> </u></em><em><u>wird ihre Beziehungen zum Parlament und zum Rat stärken</u></em>Sie müssen für Transparenz, Rechenschaftspflicht und eine bessere Kommunikation und einen besseren Informationsfluss sorgen. Alle <em><u>Kommissare müssen im Europäischen Parlament anwesend sein, einen Dialog mit den Mitgliedstaaten führen und an Ratsschulungen teilnehmen.</u></em> die ihren Zuständigkeiten entsprechen. Die Kommission wird rasch ein neues Rahmenabkommen mit dem Europäischen Parlament vorschlagen und gleichzeitig die Zusammenarbeit bei Entschließungen des Parlaments, in denen die Vorlage von Legislativvorschlägen auf der Grundlage von Artikel 225 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union gefordert wird, verstärken und den Rückgriff auf Artikel 122 unter außergewöhnlichen und dringenden Umständen ordnungsgemäß begründen.</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Die Stellungnahme der AEPL während des Dialogs mit dem Parlament am 18. März.</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Es ist anzumerken, dass die EFPL im Rahmen des in Art. 17 AEUV vorgesehenen Dialogs die Möglichkeit hatte, sich zu den Prioritäten der Kommission zu äußern. In einem Brief an die für diesen Dialog zuständige VP des EP, Antonella Sberna (Fraktion der Konservativen und Reformisten, Mitglied der Fratelli d'Italia, der Partei von G. Meloni, die in Italien an der Macht ist), heißt es, dass unsere Hauptanliegen derzeit die Wahrung der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit sind, die durch autokratische oder rechtsextreme Regime, die im Aufwind sind, in Frage gestellt werden, die Schaffung eines echten Europas der Verteidigung und der kontrollierte Einsatz von künstlicher Intelligenz und Informationswerkzeugen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Ein Beispiel dafür sind die Vereinigten Staaten von Amerika, wo der Präsident von starken (Victor Orban in HU) oder gar diktatorischen Regimen wie Russland fasziniert zu sein scheint, dessen expansionistische oder gar imperialistische Ziele wie die Annexion Grönlands, Kanadas und des Panamakanals er ohne zu zögern kopieren will.</p>
<p style="font-weight: 400;">In den Vereinigten Staaten von Amerika werden eine Reihe von Behörden aufgelöst, entweder um die Werte Vielfalt, Fairness und Inklusion (DEI) zu bekämpfen, die der neue Präsident ablehnt, oder weil sie zu viel Geld kosten, oder weil sie sich gegen Verschwörungstheorien stellen, die z. B. von Impfungen abraten oder den Klimawandel leugnen.  Die Beleidigungen und Drohungen gegenüber nicht von Trump ernannten Richtern, die sich anmaßen, ihn nach dem Gesetz zu beurteilen und gegebenenfalls zu verurteilen; die immer wiederkehrenden Versuche, Journalisten zu diskreditieren und auszuschließen, die es wagen, nach der Wahrheit zu suchen und Falschmeldungen zu überprüfen; die Bewässerung der Wähler (auch der Wähler der rechtsextremen Parteien in Europa, siehe AfD) mit Geldbeträgen. AfD) mit Bergen von Dollars (Elon Musk) .... sind leider Praktiken, die in unseren Mitgliedstaaten ein immer stärkeres Echo finden.</p>
<p style="font-weight: 400;">Es ist daher wichtig und dringend, dass das Europäische Parlament und die Europäische Kommission weiterhin für unsere Gesellschaft und unsere europäischen Werte eintreten, indem sie unsere Bürgerinnen und Bürger so weit wie möglich einbeziehen und überzeugen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die zweite Priorität, die in diesem Brief zum Ausdruck gebracht wird, nämlich der Aufbau einer echten europäischen Verteidigung mit allen notwendigen Mitteln (strategische Autonomie, massive Unterstützung für die Ukraine, Stärkung unserer technologischen und industriellen Basis, Einführung eines integrierten politischen Kommandos und einer ständigen strukturierten Zusammenarbeit), ist endlich Gegenstand konkreter Fortschritte angesichts der zunehmenden russischen Bedrohungen und der Missachtung durch die merkantilistische Trump-Regierung, deren Unterstützung für die Verteidigung Europas jeden Tag unwahrscheinlicher wird.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die dritte Priorität ist die Bekämpfung von Desinformation und Propaganda durch die Verteidigung unserer Gesetze und deren Durchsetzung in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Information. Das Netzwerk Twitter , jetzt X, ist ein emblematisches Beispiel für das, was uns die meisten großen amerikanischen Betreiber in diesen Bereichen aufzwingen möchten, indem sie sich schamlos den trumpistischen Dogmen von "Make America Great Again" verschreiben, auf jegliche Kontrolle gefährlicher Inhalte in den Netzwerken verzichten und sich auf die Meinungsfreiheit berufen, dabei aber die Zensur von Tausenden von WEB-Seiten der von Trumps neuer Ideologie angegriffenen Behörden vergessen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Kurzum, die EFLP ruft das Europäische Parlament, den Rat und die Kommission dazu auf, unsere Werte und unsere europäische Lebensweise zu verteidigen, bevor es zu spät ist.</p>
<p>Sind Sie unter Berücksichtigung der auf europäischer Ebene zugewiesenen Kompetenzen der Ansicht, dass dieses Arbeitsprogramm verbessert werden könnte? Zögern Sie nicht, uns dies mitzuteilen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Eric Paradis</p>
<p style="font-weight: 400;">(paradispauleric@gmail.com)</p>
<p style="font-weight: 400;">Administrator, m<span style="font-weight: 400;">Mitglied des Redaktionsausschusses</span></p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://aepl.eu/de/was-die-europaische-kommission-im-jahr-2025-vorschlagt-cwp-2025/">Ce que propose la Commission européenne en 2025 (CWP 2025)</a> appeared first on <a href="https://aepl.eu/de">Association Européenne de la Pensée Libre</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Eine neue Stelle als Koordinator für "antichristlichen Hass" bei der Europäischen Kommission?</title>
		<link>https://aepl.eu/de/eine-neue-stelle-als-koordinator-fur-antichristlichen-hass-bei-der-europaischen-kommission/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Guy T hooft]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 02 Jan 2025 09:18:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Info Lettres]]></category>
		<guid ispermalink="false">https://aepl.eu/?p=957</guid>

					<description><![CDATA[<p>&#8211; PRISE DE POSITION DE L’ASSOCIATION EUROPEENNE DE LA PENSEE LIBRE &#8211; L’AEPL a pris connaissance, avec intérêt, de la récente déclaration de la COMECE appelant à la création d’une fonction de coordinateur pour la prévention de la haine antichrétienne...</p>
<p>The post <a href="https://aepl.eu/de/eine-neue-stelle-als-koordinator-fur-antichristlichen-hass-bei-der-europaischen-kommission/">Un nouveau poste de coordinateur « haine antichrétienne » à la Commission Européenne ?</a> appeared first on <a href="https://aepl.eu/de">Association Européenne de la Pensée Libre</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>- STELLUNGNAHME DER EUROPÄISCHEN FREIDENKERVEREINIGUNG - -</h3>
<p>Die AEPL hat mit Interesse die jüngste Erklärung der COMECE zur Kenntnis genommen, in der die Schaffung des Amtes eines Koordinators für die Verhütung von antichristlichem Hass in Europa gefordert wird<a href="#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a>.</p>
<p>Dieses Ersuchen, wie es in den Pressemitteilungen der COMECE und der OIDAC berichtet wird, wirft in unserer nichtkonfessionellen Vereinigung mehrere Fragen auf, die wir uns erlauben, Ihnen mitzuteilen.</p>
<p>a) Die <strong><em>Erstbefragung</em></strong> betrifft die Relevanz der Tatsache, dass diese Funktionen innerhalb der europäischen Institutionen überhaupt existieren, und die Verbindung, die sie mit den in Artikel 9 EMRK garantierten Freiheiten haben. Die Bezeichnung der von Frau von Schnurbein bekleideten Stelle<a href="#_ftn2" name="_ftnref2">[2]</a>zielt auf die Bekämpfung von Antisemitismus im weiteren Sinne ab und <strong>nicht die jüdische Religion sensu stricto zu verteidigen</strong>. Dies erscheint uns völlig normal, da dieser Antisemitismus kaum einen Unterschied zwischen Gläubigen und Ungläubigen macht, wenn er sich äußert.</p>
<p>Was den Hass auf Muslime betrifft, so führt der Missbrauch des Begriffs Islamophobie zu einer unglücklichen Verwirrung. <strong>zwischen Rassismus und dem Recht auf kritische Überzeugungen</strong>. Wie CHARB kurz vor seiner Ermordung in den Räumlichkeiten von Charlie Hebdo treffend bemerkte, riskieren Pierre oder Marie, die zum Islam konvertiert sind, weniger Diskriminierung am Arbeitsplatz oder bei der Wohnungssuche als Fatima oder Karim, die Atheisten geworden sind.</p>
<p>b) Eine <strong><em>zweite Abfrage</em></strong> stammt aus einigen Argumenten, die beim European Prayer Breakfast am 4. Dezember 2024 verwendet wurden.</p>
<p>Die <u>erstes Argument</u> betrifft Vandalismus und Sachbeschädigungen, die auf Friedhöfe oder religiöse Gebäude abzielen. Diese Taten sind zweifellos verwerflich. Es ist jedoch nicht klar, ob sie alle aus antichristlichem Hass motiviert sind. Viele dieser Taten lassen sich vielmehr durch banalere Motive erklären. Profitgier oder die ungesunde Freude an der Zerstörung sind ebenfalls starke Triebfedern. Wenn wir sie vorbehaltlos verurteilen <strong>sie scheinen uns die Schaffung dieser neuen Funktion nicht zu rechtfertigen</strong>.</p>
<p>Die <u>zweites Argument</u> stellt uns vor noch größere Probleme. Frau Kruger scheint den Inhalt bestimmter Lehrveranstaltungen anfechten zu wollen und beruft sich auf ein Recht auf Verweigerung aus Gewissensgründen für zukünftige Ärzte während ihrer Ausbildung. <strong>Dies ist schlichtweg inakzeptabel</strong>. Einige Schwangerschaftsabbrüche werden nicht durch die freie Entscheidung der Frau, sondern durch <strong>zwingende medizinische Gründe</strong>. Ist es vorstellbar, dass Patientinnen mit Ärzten konfrontiert werden, die ihnen nicht helfen können, weil sie während ihres Studiums Gewissensskrupel gehabt hätten? Folgt man Frau KRUGER, würde ebenso wenig etwas dagegen sprechen, wenn Studenten die Evolutionstheorie oder die Gleichberechtigung von Mann und Frau ablehnen würden.</p>
<p>c) Schließlich, <strong>die AEPL fragt sich</strong> über die konkreten Auswirkungen, die dieser neue Koordinator haben kann. Jeder weiß, dass zwischen der Wahrung der Meinungsfreiheit und der Bekämpfung von Hassreden ein Gleichgewicht gefunden werden muss. Es ist nicht sicher, ob die EU-Institutionen die beste Strategie wählen, wenn sie den Begriff der Gedanken-, Religions- und Gewissensfreiheit segmentieren, indem sie Funktionen schaffen, die verschiedenen Gemeinschaften zugewiesen werden. Wenn zu den bestehenden Koordinatoren ein neuer Beamter zum Schutz der Christen hinzugefügt werden soll, warum sollte man dann auf diesem Weg stehen bleiben? Verdienen nicht auch Hindus, Buddhisten und sogar Nichtgläubige, die ebenfalls häufig Opfer von Intoleranz sind, einen angemessenen Schutz? Wir können auch nicht akzeptieren, dass <strong>der Kampf gegen Hassreden allmählich die Bestrafung von Blasphemie ersetzt</strong> die die Säkularisierung nach und nach zum Verschwinden gebracht hat.</p>
<p>Als Partner des Dialogs im Rahmen von Artikel 17 befürwortet die AEPL uneingeschränkt die Bekämpfung von Intoleranz und Hass aus rassistischen, religiösen oder ideologischen Animositäten. Wir sind jedoch nicht der Ansicht, dass dieses Ziel durch eine Silofunktion erreicht werden kann. Die Rolle der EU besteht darin, im Einklang mit den Verträgen die Grundfreiheiten überall und für alle zu gewährleisten. Unter diesen nimmt die Freiheit, eine Religion zu haben und auszuüben, aber auch die Freiheit, keine Religion zu haben und nicht aus diesem Grund diskriminiert zu werden, einen wichtigen Platz ein.</p>
<p>In der Überzeugung, dass der durch Artikel 17 eingeleitete Dialog integrativ sein und die religiöse und weltanschauliche Vielfalt widerspiegeln muss, die in Europa besteht, <strong>wir glauben nicht, dass der Vorschlag der COMECE der beste Weg ist, um dies zu erreichen</strong>.</p>
<p>Hingegen empfehlen wir dringend, die Richtlinien<a href="#_ftn3" name="_ftnref3">[3]</a> die am 24. Juni 2013 vom Rat für Auswärtige Angelegenheiten angenommen wurden und die bereits vor mehr als zehn Jahren diese Verantwortung den <strong>Botschaften</strong><a href="#_ftn4" name="_ftnref4">[4]</a><strong> der 27 Mitgliedsländer der EU</strong>In einem ausführlichen Text über die Förderung und den Schutz der Religions- und Weltanschauungsfreiheit wird der Begriff "Religionsfreiheit" verwendet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Für den Verwaltungsrat,</p>
<p>Claude Wachtelear Guy T'hooft</p>
<p>Past Präsident der AEPL Präsident der AEPL</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> <a href="https://www.comece.eu/comece-at-the-european-parliament-calls-for-the-establishment-of-an-eu-coordinator-on-combating-anti-christian-hatred/">COMECE im Europäischen Parlament: "Es ist an der Zeit, einen EU-Koordinator für die Bekämpfung von antichristlichem Hass zu ernennen" - Die Katholische Kirche in der Europäischen Union</a></p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a> <a href="https://commission.europa.eu/katharina-von-schnurbein_en"><em>EU-Koordinatorin für die Bekämpfung von Antisemitismus und die Förderung des jüdischen Lebens</em></a>,</p>
<p><a href="#_ftnref3" name="_ftn3">[3]</a> <a href="https://www.eeas.europa.eu/sites/default/files/137585.pdf">https://www.eeas.europa.eu/sites/default/files/137585.pdf</a></p>
<p><a href="#_ftnref4" name="_ftn4">[4]</a> Siehe u. a. Seite 11, Absatz 47</p><p>The post <a href="https://aepl.eu/de/eine-neue-stelle-als-koordinator-fur-antichristlichen-hass-bei-der-europaischen-kommission/">Un nouveau poste de coordinateur « haine antichrétienne » à la Commission Européenne ?</a> appeared first on <a href="https://aepl.eu/de">Association Européenne de la Pensée Libre</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Nouveau paysage européen &#8211; Partie II</title>
		<link>https://aepl.eu/de/neue-europaische-landschaft-teil-ii/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Guy T hooft]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Oct 2024 07:12:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Info Lettres]]></category>
		<guid ispermalink="false">https://aepl.eu/?p=951</guid>

					<description><![CDATA[<p>Quelle Europe pour le prochain quinquennat 2024-2029 ? Partie II La Commission européenne. C’est naturellement dans le cadre de ce programme stratégique, que se sont inscrites les orientations politiques pour la prochaine Commission européenne 2024–2029,  dans le discours intitulé «...</p>
<p>The post <a href="https://aepl.eu/de/neue-europaische-landschaft-teil-ii/">Nouveau paysage européen &#8211; Partie II</a> appeared first on <a href="https://aepl.eu/de">Association Européenne de la Pensée Libre</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Welches Europa für den nächsten Fünfjahreszeitraum 2024-2029? Teil II</strong></p>
<p><strong>Die Europäische Kommission.</strong></p>
<p>Im Rahmen dieses strategischen Programms wurden natürlich auch die politischen Leitlinien für die nächste Europäische Kommission 2024-2029 festgelegt, und zwar in der Rede mit dem Titel "Die Entscheidung für Europa", mit der sich Ursula von der Leyen am 18. Juli in Straßburg den Europaabgeordneten zur Wahl stellte. Mit 401 von 720 Ja-Stimmen, also 40 über der absoluten Mehrheit, wurde sie komfortabler gewählt als 2019, als sie nur einen Vorsprung von 9 winzigen Stimmen hatte. Obwohl die Abstimmung geheim war, kann man davon ausgehen, dass gegen sie gestimmt haben: die Patrioten von Jordan Bardella, das Europa der souveränen Nationen (Orban), die 33 fraktionslosen Abgeordneten (die extreme Rechte) und die radikale Rechte der Konservativen und Reformer (ECR von Frau Meloni) sowie die extreme Linke The Left von Manon Aubry. Daraus lässt sich schließen, dass einige Abgeordnete der derzeitigen Mehrheit nicht für sie gestimmt haben, darunter die Sozialdemokraten (S&amp;D), die Renaissance-Zentristen und die EVP, ihre Fraktion, sowie die meisten Abgeordneten der Grünen.</p>
<p>Ursula von der Leyens Konkurrenten, die deutlich weiter rechts standen (kroatische oder griechische Premierminister), erscheint sie als die zentristischste in einem Kontext, in dem das EP deutlich oder sogar noch weiter nach rechts gerückt ist.</p>
<p>Sie verpflichtete sich, das kürzlich verabschiedete Asyl- und Migrationspaket umzusetzen (das jedoch bereits von mehreren Ländern in Frage gestellt wurde) , gab den "Green Deal" nicht auf und machte eine Geste zugunsten der deutschen Automobilindustrie (umweltfreundlicher synthetischer Kraftstoff nach 2035 für Verbrennungsmotoren).</p>
<p>Damit wollten die Abgeordneten verhindern, dass durch die Ablehnung der amtierenden Präsidentin ein weiteres Element der Instabilität zu der derzeitigen internationalen und wirtschaftlichen geopolitischen Lage hinzukommt, die sich durch die US-Wahlen und die laufenden Kriege noch weiter verschärfen könnte.</p>
<p>Die Hauptkapitel seiner Leitlinien lauten wie folgt:</p>
<ol>
<li>Ein neuer Plan für nachhaltigen Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit für Europa (Erleichterung der Geschäftstätigkeit von Unternehmen; Auswirkungen für eine saubere Industrie; Verbesserung der Einzigartigkeit und Widerstandsfähigkeit unserer Wirtschaft; Steigerung der Produktivität durch die Verbreitung digitaler Technologien; Forschung und Innovation im Zentrum unserer Wirtschaft; Verzehnfachung der Investitionen; Behebung des Qualifikations- und Arbeitskräftemangels)</li>
<li>Eine neue Ära für die europäische Verteidigung und Sicherheit (die Europäische Verteidigungsunion zur Realität machen; eine EU-Strategie zur Krisenvorsorge; ein sichereres und besser gesichertes Europa; verstärkte gemeinsame Grenzen; gerechte und entschlossene Maßnahmen in der Migrationsfrage)</li>
<li>Menschen unterstützen und unsere Gesellschaften und unser Sozialmodell stärken (soziale Gerechtigkeit in einer modernen Wirtschaft; die Einheit unserer Gesellschaft wiederherstellen, unsere Jugend unterstützen; eine Union der Gleichheit</li>
<li>Bewahrung unserer Lebensqualität (Ernährungssicherheit, Wasser und Natur, Anpassung an den Klimawandel und Vorbereitung auf den Klimawandel sowie Solidarität in diesem Bereich)</li>
<li>Unsere Demokratie schützen, unsere Werte verteidigen (Stärkung der Rechtsstaatlichkeit; die Bürger in den Mittelpunkt unserer Demokratie stellen)</li>
<li>Europa in der Welt: Nutzung unserer Macht und unserer Partnerschaften; die Erweiterung als geopolitisches Gebot; ein strategischerer Ansatz gegenüber unseren Nachbarländern; eine neue Außenwirtschaftspolitik; Neugestaltung des Multilateralismus für die Welt von heute)</li>
<li>Die Ziele gemeinsam erreichen und unsere Union auf die Zukunft vorbereiten (ein neuer Haushalt, der unseren Ambitionen gerecht wird; eine ehrgeizige Reformagenda für Europa; Handeln in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Parlament).</li>
</ol>
<p>Die Zusammensetzung des Kollegiums der Kommissare war schwieriger als beim letzten Mal: Frau von der Leyen hatte sich erneut um ein ausgewogenes Verhältnis von Männern und Frauen bemüht und die Mitgliedstaaten gebeten, zwei Kandidaten vorzuschlagen, wenn der derzeitige Kommissar nicht wiedergewählt wurde. Leider kamen nur wenige Mitgliedstaaten dieser eindringlichen Aufforderung nach. Das daraus resultierende Kollegium, das natürlich noch von den zuständigen Ausschüssen des Europäischen Parlaments bestätigt werden muss, besteht aus 11 Frauen, darunter die Präsidentin und vier Vizepräsidentinnen, und 16 Männern, darunter zwei Vizepräsidenten, d. h. 40 % Frauen gegenüber den 22 %, die von den Mitgliedstaaten vorgeschlagen wurden. Nur 6 waren bereits Mitglieder des Ausschusses , 21 sind also neue Kandidaten.</p>
<p>Es gibt auch ein politisches Ungleichgewicht zwischen dem Gewicht der Fraktionen, die aus den Wahlen hervorgegangen sind, und der Anzahl der Kandidaten für das Amt des Kommissars, die jeder Fraktion angehören: 12 Kandidaten für das Amt des Kommissars sind Christdemokraten, wie die Präsidentin. Die EVP ist zwar die stärkste Fraktion, aber es gibt nur 4 S&amp;D, die zweitstärkste Fraktion, 5 Liberale von Renew, die nunmehr die fünftstärkste Fraktion im Parlament ist, 4 Unabhängige und sogar den italienischen Kandidaten der CRE-Fraktion von Frau Meloni, einer "gemäßigten" Rechtsextremen, die das Ressort Kohäsion und Reformen, d.h. die europäischen Strukturfonds, erben würde. Der Cordon sanitaire ist gesprengt worden! Wie im EP für diese Fraktion.</p>
<p><strong>Insgesamt kommt es zu einer starken Rechtsentwicklung in der Kommission</strong>.</p>
<p>Am bedeutsamsten sind aber natürlich die Inhalte der ihnen zugewiesenen Portfolios.</p>
<p>In Bezug auf die Vizepräsidentschaften :</p>
<p>Erste Vizepräsidentin , die Estin Kaja Kallas, die vom Europäischen Rat für das Amt der Hohen Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik vorgeschlagen wurde.</p>
<p>Der zweite VP Stéphane Séjourné, kurzzeitiger französischer Europa- und Außenminister in der Regierung Attal, ist in letzter Minute der Ersatz für Thierry Breton, den Frau von der Leyen nicht mehr wollte.  Frankreich fügte sich und erhielt eine VP gegen den Verzicht seines scheidenden Kommissars Thierry Breton. Er wurde für das Ressort Wohlstand und Industriestrategie nominiert.</p>
<p>Spanien erhält einen VP, der an Frau Teresa Ribera vergeben wird, die bisher die Nr. 2 in der spanischen Regierung war und für einen fairen und wettbewerbsfähigen sauberen Übergang zuständig sein wird.</p>
<p>Finnland wird eine Vizepräsidentin haben, die sich mit technologischer Souveränität, Sicherheit und Demokratie befasst.</p>
<p>Rumänien wird sich mit Menschen, Fähigkeiten und der Bereitschaft zum Staat befassen</p>
<p>Der 6<sup>ème</sup> VP ist der Italiener R. Fitto (der Teil der italienischen Regierung war) wird das sehr reiche Ressort für Kohäsion und Reformen, die zweitgrößte Zuweisung im EU-Haushalt, übernehmen.</p>
<p>In Bezug auf die Kommissare ist vor allem Kommissar <strong>litauisch A. Kubilius</strong> der für das sehr wichtige Dossier der <strong>Verteidigung und Raumfahrt.</strong> Er wird sich mit der estnischen VP Kaja Kallas abstimmen müssen.</p>
<p>Was Österreich betrifft, so wird sich sein Kandidat Magnus Brunner auf die Umsetzung des <strong>Pakt über  <u>Asyl und Migration</u></strong>Dies wird angesichts des Ergebnisses der letzten Wahlen in Österreich, die stark von der extremen Rechten geprägt waren, die dem Pakt ablehnend gegenübersteht, schwierig sein.</p>
<p>Die kroatische Kommissarin wird als erstes die <u>neues Portfolio für die <strong>Mittelmeer</strong></u>. Der Däne wird der erste Kommissar im <strong><u>Wohnen, neues Portfolio</u></strong><u> und Energie</u>. Der ungarische Kommissar wird sich mit der <u>Tiergesundheit und Tierschutz</u>. Als enger Vertrauter Orbans ist er kein Mitglied seiner Partei.</p>
<p>Der Ire wird sich um das Ressort Demokratie, Justiz und Rechtsstaatlichkeit kümmern, das zuvor dem belgischen Kommissar Reynders oblag. Die belgische Vertreterin ist Frau <u>Hadja Lahbib zuständig für humanitäre Hilfe und Krisen</u>. Der Lette, V.Dombrowski erhält für seine dritte Amtszeit <strong>der Wirtschaft und der Produktivität</strong>.</p>
<p>Der Luxemburger C.Hansen wird für <strong>Landwirtschaft und Ernährung </strong>; der maltesische wird sich um Kultur, Jugend und Sport sowie Generationengerechtigkeit kümmern; der niederländische wird sich um Klima, CO2-Neutralität und sauberes Wachstum kümmern; das sehr wichtige Portfolio <strong>von <u>Haushalt, </u>der Betrugsbekämpfung und der Verwaltung</strong> kehrt zurück zum <u>polnisch, Piotr Serafin</u> : Er muss insbesondere Folgendes vorbereiten <strong>das langfristige Budget</strong>Die Portugiesin Albuquerque wird sich um das sehr wichtige Ressort der <strong>Finanzdienstleistungen des Sparens und Investierens</strong> ; der Tscheche für internationale Partnerschaften; der Slowake Marco Sefkovic, in seiner vierten Amtszeit, wird sich dieses Mal mit dem <strong>Handel und wirtschaftliche Sicherheit</strong> die slowenische für Erweiterung und östliche Nachbarschaft und schließlich die schwedische für <strong>die Umwelt</strong> Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, die Wasserresilienz und eine wettbewerbsfähige Kreislaufwirtschaft zu fördern.</p>
<p>Wie man sieht, erhalten die "kleinen" Länder, insbesondere die baltischen Staaten, extrem große Portefeuilles, um Russland durch die Unterstützung der Ukraine entgegenzutreten. Die großen Länder Frankreich, Spanien und Polen werden ebenfalls gut bedient. Es gibt eine Art Nord-Süd- und vor allem West-Ost-Ausgleich.</p>
<p>Die Anhörungen der Kommissare werden im November stattfinden. Es wird erwartet, dass das gesamte Kollegium während der Parlamentssitzung vom 16. bis 19. Dezember dem Europäischen Parlament zur Abstimmung vorgelegt wird und die neue Kommission am 1. Dezember ihr Amt antreten kann.<sup>er</sup> Januar des nächsten Jahres. Frühere Erfahrungen zeigen, dass das Parlament nicht zögert, die eine oder andere Kandidatur abzulehnen. Dies kann auch in diesem Jahr mit der italienischen Kandidatur von Herrn Fitto aus dem rechtsextremen Lager von Frau Meloni der Fall sein.</p>
<p>Vorläufige Schlussfolgerungen</p>
<p>Leider müssen wir feststellen, dass die extreme Rechte in allen Institutionen zunimmt. Dies entspricht zwar der Entwicklung der öffentlichen Meinung in den meisten Mitgliedstaaten, aber wir müssen weiter gegen diese Extreme kämpfen, bevor es zu spät ist. Denn das Ziel dieser Extreme ist es, das Streben nach europäischer Souveränität durch die Wiederherstellung zahlreicher nationaler Souveränitäten zu ersetzen, indem sie unsere Grenzen schließen und Migranten und manchmal auch einfach "den Anderen" als Sündenböcke darstellen. Dann droht unser gemeinsames Haus zusammenzubrechen, und es wird zu spät sein, um festzustellen, wie es das Vereinigte Königreich schmerzhaft getan hat, dass die europäischen Staaten einzeln auf der Weltbühne nicht mehr viel Gewicht haben und dass wir nur vereint unsere europäische Lebensweise und die Werte der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit bewahren können.</p>
<p><strong>Eric PARADIS</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Nouveau paysage européen &#8211; Partie I</title>
		<link>https://aepl.eu/de/neue-europaische-landschaft-teil-i/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Guy T hooft]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Sep 2024 09:23:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Info Lettres]]></category>
		<guid ispermalink="false">https://aepl.eu/?p=913</guid>

					<description><![CDATA[<p>Welches Europa für die nächsten fünf Jahre 2024-2029? Alle fünf Jahre wird die europäische Landschaft erneuert. Bei den Europawahlen wird ein neues Parlament gewählt. Gleichzeitig legt der Europäische Rat, der aus den Staats- und Regierungschefs besteht, ein neues Parlament fest.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2 style="font-weight: 400;">Welches Europa für die nächsten fünf Jahre (2024-2029)?</h2>
<p style="font-weight: 400;">Alle fünf Jahre wird die europäische Landschaft erneuert. Die Europawahlen führen zu einem neuen Parlament. Gleichzeitig legt der Europäische Rat, in dem die Staats- und Regierungschefs zusammenkommen, ein neues Programm für den nächsten Zeitraum 2024-2029 fest und schlägt dem Parlament einen Kandidaten für das Amt des Präsidenten der Europäischen Kommission sowie für das Amt des neuen Vertreters für die Gemeinsame Außenpolitik vor. Die Europäische Kommission wird ebenfalls weitgehend neu zusammengesetzt. Ein neues Kollegium sowie ein neues Arbeitsprogramm, das sich an dem des Europäischen Rates orientiert, werden dem Europäischen Parlament vorgelegt. Der erste Schritt für diese neue Kommission ist natürlich die Wahl eines neuen Präsidenten, in diesem Fall einer neuen Präsidentin, durch die Plenarsitzung im Monat nach den Europawahlen. In diesem Jahr wählte das Europäische Parlament am 18. Juli Ursula von der Leyen, nachdem es mit ihr auf der Grundlage ihrer politischen Leitlinien für die nächste Europäische Kommission 2024-2029, die in einem Dokument mit dem Titel "Die Wahl Europas" dargelegt sind, diskutiert hatte.  Im Sommer forderte die wiedergewählte Präsidentin die Mitgliedstaaten auf, ihre nationalen Kandidaten für das neue Team der Kommissare vorzuschlagen. Die Schwierigkeit dieser Aufgabe führte zu einer gewissen Verzögerung bei dieser Mitteilung der Kandidaten und erst am 17. September konnte Frau von der Leyen ihren Vorschlag für das neue Team und deren jeweiliges Portfolio vorlegen.  Bedauerlicherweise konnte dem Wunsch der Präsidentin, zwischen einem Kandidaten und einer Kandidatin wählen zu können, nicht entsprochen werden, was sie leider daran hinderte, eine Kommission zu präsentieren, die die Gleichstellung der Geschlechter beachtet. Daher wird es weniger Frauen geben als in der vorherigen Kommission.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Ergebnisse der Wahlen zum Europäischen Parlament, die Bedingungen für die Wiederwahl von Präsidentin Metsola im Juli, die Wahl der Vizepräsidenten und des restlichen Führungsteams des EP, die Bildung der neuen Fraktionen, die Besetzung der Ausschussvorsitze, einige neue Leitlinien und die im Vergleich zur letzten Legislaturperiode relativeren Mehrheiten werden zeigen, dass bestimmte Politikbereiche, insbesondere Landwirtschaft, Umwelt und natürlich Einwanderung, von der neuen Zusammensetzung des Parlaments betroffen sind.</p>
<p style="font-weight: 400;">Zweitens werden wir die neue Kommission und vor allem ihre neue Architektur mit einigen völlig neuen Ressorts analysieren, um die unmittelbaren Herausforderungen und die des nächsten Fünfjahreszeitraums anzugehen, wobei es zwingend notwendig ist, die Unterstützung einer parlamentarischen Mehrheit zu sichern, die das europäische Aufbauwerk weiterhin unterstützt. Alle Kandidaten für das Amt des Kommissars werden von den parlamentarischen Ausschüssen angehört, die mit den Bereichen befasst sind, die ihnen von der Präsidentin anvertraut wurden, bevor sie mit einer Abstimmung über das gesamte Kollegium abschließen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Der neue Europäische Rat, der im Wesentlichen durch die Ernennung seines neuen Präsidenten Antonio Costa, des ehemaligen sozialdemokratischen Premierministers Portugals, geprägt ist, wird ebenfalls untersucht, indem die Entwicklung der Kräfteverhältnisse und insbesondere das größere Gewicht der extremen Rechten, das die nationalen Regierungssituationen widerspiegelt, aufgezeigt werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h2 style="font-weight: 400;">Das Europäische Parlament :</h2>
<p style="font-weight: 400;">Auch wenn die Mehrheit des EP nach wie vor für die europäische Integration ist, waren die Wahlen von einem starken Anstieg der rechtsextremen Parteien geprägt, die überwiegend euroskeptisch sind und eher für nationale als für europäische Souveränität eintreten. Die pro-europäischen Fraktionen (EVP, S&amp;D, die Liberalen von Renew Europe und die Grünen) müssen daher bei jeder Abstimmung die notwendigen Kompromisse untereinander finden und manchmal mit Gegenwind rechnen, der ihren Prioritäten entgegenstehen, sie schwächen oder gar verfälschen oder ihre Umsetzung verhindern könnte.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Teilnahmequote war nur leicht erhöht und lag knapp über 50 % (51,5 %).</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong><em><u>Die Europäische Volkspartei</u></em></strong> ist mit rund 26 % der Stimmen der erste Gewinner dieser Wahlen. 188 der 718 Abgeordneten kommen aus nationalen Parteien, die Mitglied der EVP sind: Die konservative CDU CSU, der auch Frau von der Leyen angehört, steht an erster Stelle, gefolgt von Polen (23) und Spanien (22).</p>
<p style="font-weight: 400;">Der erwartete Schub der extremen Rechten schlug sich in der Tatsache nieder, dass insgesamt 187 Abgeordnete aus diesem Lager in den Plenarsaal einzogen, nur einer weniger als die EVP, die sich auf folgende Fraktionen verteilten:</p>
<p style="font-weight: 400;">- Die Gruppe der <strong><em><u>Europäische Konservative und Reformer (CRE</u></em></strong><em><u>)</u></em> hat nun 78 Abgeordnete (vorher 68), darunter die 24 Abgeordneten von Fratelli d'Italia, der Partei von Meloni, die in Italien an der Macht ist. Ihnen folgen die 20 polnischen Abgeordneten der PiS von Herrn Kaczinsky. Die Fraktion der Reformer und Konservativen (CRE) kann als gemäßigter Euroskeptiker bezeichnet werden, während die anderen Fraktionen deutlich radikaler sind.</p>
<p style="font-weight: 400;">-Eine <strong>neue Gruppe </strong>konnte unter der Ägide von V.Orban gebildet werden: ". <strong><em><u>die Patrioten für Europa</u></em></strong> ", die 84 Abgeordnete umfasst, darunter auch ehemalige Mitglieder der aufgelösten Fraktion Identität und Demokratie (ID), die von Le Pens Rassemblement National (30) dominiert wird, die ihren Vorsitzenden M. Bardella an die Spitze gesetzt hat. Diese Fraktion ist nun die 3.<sup>ème</sup> des EP.</p>
<p style="font-weight: 400;">-Die Partei Alternativ für Deutschland (AfD) schaffte es ebenfalls, mit ihren eigenen 14 Abgeordneten eine neue Fraktion namens <strong><em><u>"Europa der souveränen Nationen"</u></em></strong><em><u>,</u></em> mit 25 Abgeordneten und wurde damit zur radikalsten rechtsextremen Fraktion im neuen EP. <strong><u>deutlich anti</u></strong><u> </u>-Europäisch, Einwanderung, Grüner Pakt, Hilfe für die Ukraine, Abtreibung, Feminismus, LGBTQ, Föderalismus, kurz: ultrakonservativ und mit einer sehr freundlichen Haltung gegenüber Russland.</p>
<p style="font-weight: 400;"> Zu den Gemeinsamkeiten rechtsextremer Programme gehört die Förderung traditioneller Familienwerte (gegen Schwangerschaftsabbruch, gegen Gender-Politik und Homo-Ehe) in Bezug auf Religion und Kultur: Bezugnahme auf die religiösen (überwiegend christlichen) Wurzeln und Kultur (Erfindung oder Umschreibung eines Nationalromans). Man findet auch Kritik an den politischen und wirtschaftlichen Eliten, die beschuldigt werden, das Volk zu verraten, was zur Forderung nach institutionellen Reformen führt, um das Volk näher an die Macht zu bringen (Volksreferendum). Sie fordern auch einen selektiven Sozialschutz, der Inländer begünstigt oder Zuwanderer ganz ausschließt. Alle wollen in unterschiedlichem Maße: die Befugnisse der Mitgliedstaaten auf Kosten der europäischen Institutionen stärken; eine restriktivere Migrations- und Asylpolitik einführen, die auf der Kontrolle der Außengrenzen, aber auch innerhalb des Schengen-Raums besteht; weniger Regulierung; die Klimaziele in Frage stellen und die Landwirte durch eine Überarbeitung der GAP unterstützen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Normalerweise ist die CRE-Fraktion, wie die eher atlantische Frau Meloni, für die Unterstützung der Ukraine gegen die Invasion auf Russisch. Die anderen reichen von mäßiger Unterstützung bis hin zur Ablehnung dieser Hilfe.</p>
<p style="font-weight: 400;">Wenn man nach links schaut, findet man den <strong><em><u>S&amp;D Fraktion der Sozialdemokraten</u></em></strong> stabil mit 19% der Abgeordneten( 136 gegenüber 140 zuvor).</p>
<p style="font-weight: 400;">Zentrum :<strong><em><u>Renew Europe</u></em></strong> (77 Abgeordnete bzw. 11% ) und <strong><em><u>die Grünen</u></em></strong> (53 bzw. 7%) sind die großen Verlierer dieser Wahlen, die im Vergleich zur vorherigen Legislaturperiode (: 102 bzw. 71 Abgeordnete) deutlich zurückgegangen sind.</p>
<p style="font-weight: 400;">. Die extreme <strong><em><u>links GUE</u></em></strong> ( 46 Abgeordnete oder 5% gegenüber 37 vorher) nimmt zu und zusammen mit den Fraktionslosen (33) vervollständigen sie das Bild.</p>
<p style="font-weight: 400;"> Trotz allem <strong><em><u>pro-europäische Parteien vereinen deutlich mehr Abgeordnete auf sich (454)</u></em></strong> als rechtsextreme Gruppen (187).</p>
<p style="font-weight: 400;">Schließlich ist zu erwähnen, dass die bisherige Präsidentin, Frau Metsola, ohne Schwierigkeiten in ihrem Amt bestätigt wurde. Von der extremen Rechten wurden nur 3 CRE in das Leitungsorgan des EP, das Präsidium, gewählt, darunter 2 Vizepräsidenten.  Eine Untersuchung nach Parlamentsausschüssen zeigt, dass der extremen Rechten, die nur durch 4 CREs vertreten war, nur wenige Vorsitze und Vizevorsitze zugestanden wurden. Es wurde also ein "Cordon sanitaire" für das Europa der souveränen Nationen errichtet, und Patrioten sind nicht zu finden.</p>
<p style="font-weight: 400;">
<h2 style="font-weight: 400;">Der Europäische Rat :</h2>
<p style="font-weight: 400;">Auf seiner Sitzung am 27. Juni wählte der Europäische Rat Antonio Costa zum Präsidenten des Europäischen Rates (und der Eurozone) für den Zeitraum vom 1. Januar 2009 bis zum 31. Dezember 2010.<sup>er</sup> Dezember 2024 bis zum 31. Mai 2027. Er hat außerdem den Beschluss angenommen, mit dem dem Europäischen Parlament die Kandidatur von Ursula von der Leyen für das Amt der Präsidentin der Europäischen Kommission vorgeschlagen wird. In Bezug auf die Ernennungen war der Europäische Rat der Ansicht, dass die Lettin Kaja Kallas die geeignete Kandidatin für das Amt der Hohen Vertreterin der Union für Außen- und Sicherheitspolitik ist, vorbehaltlich der Zustimmung der gewählten Präsidentin der Kommission. Schließlich nahm er das strategische Programm der Union für den Zeitraum 2024-2029 an.</p>
<p style="font-weight: 400;">Der Rat setzt sich aus den Staats- und Regierungschefs zusammen und spiegelt natürlich die politische Situation in den Mitgliedstaaten wider. Zwei Staaten werden von Führern der extremen Rechten regiert: Italien (G.Meloni-FdI) und Ungarn (V.Orban-Fidesz).</p>
<p style="font-weight: 400;">Aber auch in vielen anderen Regierungen sitzen Vertreter rechtsextremer Parteien und oft hängt ihr Überleben von ihrer Unterstützung ab. In der Slowakei (R.Fico) ist er ein Verbündeter der rechtsextremen Slowakischen Nationalistischen Partei. In Schweden ist die Regierung von der Unterstützung der Schwedendemokraten, der zweitgrößten parlamentarischen Partei, abhängig. In Finnland ist der Mitte-Rechts-Politiker Petteri Orpo von der rechtsextremen Partei der Finnen abhängig.  In den Niederlanden konnte Geert Wilders, dessen rechtsextreme Partei bei den nationalen Parlamentswahlen als stärkste Kraft hervorging, nicht zum Ministerpräsidenten ernannt werden. Dick Schoof wird jedoch von einer Koalition aus Wilders' Partei und rechten Parteien, einschließlich der VVD von Mark Rutte, der die Niederlande lange Zeit im Europäischen Rat vertreten hat, kontrolliert. In Österreich steht die FPÖ mit Herbert Kickl an der Spitze kurz davor, die Konservativen, vertreten durch den derzeitigen Bundeskanzler (Nehammer), zu besiegen, nachdem sie 29% der Stimmen erhalten hat. Die Partei wurde in den 1950er Jahren von ehemaligen SS- und anderen Nazi-Formationen gegründet. Kickl versprach, dass er im Falle seines Wahlsieges als Volkskanzler regieren würde, ein Begriff, der einst von Adolf Hitler verwendet wurde. Die FPÖ ist euroskeptisch, gegen Einwanderer und unterstützt Russland. Österreich würde sich damit dem Block der Euroskeptiker und Russlandfreunde anschließen, der mittlerweile mehrere mittel- und osteuropäische Länder umfasst und dem sich nach den Wahlen im nächsten Jahr wahrscheinlich auch die Tschechische Republik anschließen wird.</p>
<p style="font-weight: 400;">Es bleiben mehrere Staaten, die derzeit noch von Regierungen vertreten werden, die sich als pro-europäisch bezeichnen, aber eine Politik gegen Migranten befürworten: Deutschland (Scholz), Belgien (De Croo, dann wahrscheinlich De Wever), Dänemark (Mette Christensen), Spanien (Pedro Sanchez- PSOE), Portugal (Luis Montenegro), Griechenland (Mitsotakis), Irland (S. Harris), Luxemburg (Luc Frieden), Polen (D. Tusk) und Frankreich (E. Macron, aber mit einer Regierung Barnier, die unter strenger Beobachtung der Rassemblement National steht). Die drei baltischen Staaten, die die erste Frontlinie gegen ein bedrohliches Russland und Weißrussland bilden, sind vor allem damit beschäftigt, Barrieren zu errichten, um sich selbst zu verteidigen, und obwohl sie ukrainische Flüchtlinge aufgenommen und integriert haben, würden sie sich auch auf diese Anti-Einwanderungslinie stellen, ebenso wie Rumänien, Bulgarien, Slowenien und Kroatien.</p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Kurzum: Der Europäische Rat schwenkt nach rechts, sogar nach ultrarechts</strong>. Es würde genügen, die nationalen Grenzen zu schließen und den Schengen-Raum abzuschaffen, dann würden sich alle Probleme lösen, wenn man sich untereinander wiederfinden würde.</p>
<p style="font-weight: 400;">Der Europäische Rat hat keine Gesetzgebungskompetenzen, trifft aber sehr wichtige Entscheidungen und strebt Einstimmigkeit an.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Verhandlungen wurden hingegen in einem kleineren Kreis geführt, der z. B. Frau Meloni ausschloss.</p>
<p style="font-weight: 400;">Darüber hinaus ist die Präsidentschaft des <strong>Rat der Union<a href="applewebdata://35946C9A-51E4-4185-8BBF-C5D7D933F410#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a> ( auch Ministerrat genannt</strong>) ist rotierend und wechselt zum 1.<sup>er</sup>Juli eines jeden Jahres. Orban nutzte die Gelegenheit, um sich selbst zu profilieren, indem er sich unter dem Vorwand einer "Friedensmission", die ihm niemand anvertraut hatte, bei den "Großen dieser Welt" einlud: Zelensky in Kiew, von dem er einen Waffenstillstand forderte; Putin natürlich, aber auch Xi Jinping und Trump in seiner Residenz in Mar a Lago. Seitdem ist Trump voll des Lobes über Orban, den er für den besten europäischen Staatschef hält! Die Amerikaner kennen den Namen V. Orban dank Trump besser als jeden anderen europäischen Staatsführer!</p>
<p style="font-weight: 400;">In Bezug auf die strategische Agenda 2024-2029 hat sich der Europäische Rat auf die Prioritäten geeinigt, die das Europäische Parlament, der Rat und die Kommission im nächsten institutionellen Zyklus umsetzen sollen. Der nächste mehrjährige Finanzrahmen der EU muss diese Prioritäten berücksichtigen, damit der EU-Haushalt für die Zukunft gerüstet ist und europäische Antworten auf europäische Herausforderungen gegeben werden können. Der Rat hat sich verpflichtet, auf die Einführung neuer Eigenmittel hinzuarbeiten. Im Folgenden werden diese Prioritäten in einigen Überschriften dargestellt:</p>
<ol>
<li>Ein freies und demokratisches Europa: die europäischen Werte innerhalb der Union verteidigen und unseren Werten auf globaler Ebene treu bleiben</li>
<li>Ein starkes und sicheres Europa: Gewährleistung eines kohärenten und einflussreichen außenpolitischen Handelns; Stärkung unserer Sicherheit und Verteidigung und Schutz unserer Bürger; Vorbereitung auf eine erweiterte und stärkere Union; ein umfassender Ansatz in Bezug auf Migration und Grenzschutz.</li>
<li>Ein wohlhabendes und wettbewerbsfähiges Europa: Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit; Sicherstellung des Erfolgs des doppelten ökologischen und digitalen Übergangs; Förderung eines innovationsfreundlichen und unternehmensfreundlichen Umfelds;Gemeinsame Fortschritte.</li>
</ol>
<p>&nbsp;</p>
<p>Eric Paradis</p>
<p>Administrateur distingué de l&rsquo;AEPL</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="applewebdata://35946C9A-51E4-4185-8BBF-C5D7D933F410#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Der Ministerrat</p>
<p>Der Rat der Europäischen Union (Ministerrat) Der Vertrag von Lissabon führt ein System der doppelten Mehrheit ein. So sieht Artikel 16 EUV vor, dass die qualifizierte Mehrheit "definiert ist als 55 % der Staaten, d. h. mindestens 16 Staaten, die 65 % der Bevölkerung der Union (292 Millionen von 449) vertreten, wobei eine Sperrminorität mindestens vier Mitglieder des Rates umfassen muss, andernfalls gilt die qualifizierte Mehrheit als erreicht". Beschlüsse, die nicht auf Vorschlag der Kommission gefasst wurden</p>
<p>(GASP) müssen 72% der Staaten zusammenbringen (19).</p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://aepl.eu/de/neue-europaische-landschaft-teil-i/">Nouveau paysage européen &#8211; Partie I</a> appeared first on <a href="https://aepl.eu/de">Association Européenne de la Pensée Libre</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Voile à l&#8217;école, il n&#8217;est pas interdit d&#8217;interdire</title>
		<link>https://aepl.eu/de/voile-a-lecole-il-nest-nicht-verboten-verboten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Guy T hooft]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 May 2024 09:06:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Info Lettres]]></category>
		<guid ispermalink="false">https://aepl.eu/?p=910</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hat gerade wieder einmal bestätigt, dass es nicht verboten ist, das Tragen von auffälligen religiösen Symbolen in der Schule zu verbieten. Am 9. April verkündete der Gerichtshof seine Entscheidung bezüglich...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="font-weight: 400;">Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg hat gerade wieder einmal bestätigt, dass es nicht verboten ist, das Tragen auffälliger religiöser Symbole in der Schule zu verbieten.</p>
<p style="font-weight: 400;">Am 9. April entschied das Gericht über eine Klage von drei Mädchen (oder ihren gesetzlichen Vertretern), die ein Rundschreiben der Flämischen Gemeinschaft anfechten, das das Tragen religiöser Symbole in den von ihr organisierten Schulen verbietet. <em>(</em><em>Beschwerde Nr. 50681/20 Mikyas und andere gegen Belgien)</em></p>
<p style="font-weight: 400;">Dieser Text war von den Beschwerdeführern vor den belgischen Gerichten angefochten worden, die den Fall vor das erstinstanzliche Gericht in Tongeren brachten. Am 23. Februar 2018 entschied das erstinstanzliche Gericht in Tongeren, dass das strittige Verbot mit Artikel 9 der Konvention unvereinbar sei. Es war der Ansicht, dass die fragliche Bestimmung ausschließlich aus allgemeinen politischen Gründen im Zusammenhang mit der Gemeinschaftsbildung eingeführt worden war und dass es in den betroffenen Schulen keinen konkreten Grund oder keine problematische Situation gab, die die Umsetzung eines solchen allgemeinen Verbots rechtfertigen würde. Das Gericht erklärte das Verbot für nicht auf die Klägerinnen anwendbar. Der Bildungsorganisator der Flämischen Gemeinschaft, GO, legte gegen diese Entscheidung Berufung ein und erhielt am 23. Dezember 2019 ein Urteil, in dem er Recht bekam. Im Anschluss an diese Entscheidung brachten die Klägerinnen den Fall vor den EGMR.</p>
<p style="font-weight: 400;">Welche Lehren sind aus diesem Fall zu ziehen.</p>
<p style="font-weight: 400;">1° Der Gerichtshof stellt fest, dass die flämische Entscheidung sorgfältig begründet ist und dass das Verbot darauf abzielt, bestimmte Schüler vor dem Druck zu schützen, den andere möglicherweise ausüben könnten, wie in einem der Erwägungsgründe der Entscheidung des Bildungsrats GO betont wird:</p>
<p style="font-weight: 400;">Dass das Recht auf Religionsfreiheit beeinträchtigt wird, wenn das Tragen bestimmter religiöser Symbole als Pflicht dargestellt wird, wodurch eine Diskriminierung zwischen denjenigen - Anhängern oder Nichtanhängern der betreffenden Religion -, die diese Symbole tragen, und denjenigen, die sie nicht tragen, geschaffen wird, wobei die Mitglieder der letzteren Gruppe von denen der ersten Gruppe für minderwertig gehalten und unter unzulässigen Druck gesetzt werden, damit sie trotzdem ein religiöses Symbol tragen, während eines der Grundprinzipien des pädagogischen Projekts des GO! gerade darin besteht, den gleichen Wert aller Menschen zu akzeptieren.</p>
<p style="font-weight: 400;">2° Der Gerichtshof erinnert an seine Rechtsprechung, in der er den nationalen Gerichten einen großen Ermessensspielraum bei der Umsetzung der Beziehung zwischen religiösen Überzeugungen und dem Staat einräumt. Er hat in der Vergangenheit mehrfach bestätigt, dass die in Artikel 9 der Europäischen Menschenrechtskonvention garantierte Religionsfreiheit nicht absolut ist und in bestimmten Fällen eingeschränkt werden kann,</p>
<p style="font-weight: 400;">3° Das Gericht weist auch die Argumente der Drittparteien zurück, die der Ansicht waren, dass die angefochtene Entscheidung junge Frauen daran hindern würde, ihre Ausbildung normal fortzusetzen. Diese Drittstreiter beriefen sich auf Argumente, die in verschiedenen UN-Berichten, unter anderem vom UN-Ausschuss für die Beseitigung der Rassendiskriminierung, vorgebracht wurden:</p>
<p style="font-weight: 400;"><em>"Der Ausschuss ist besorgt darüber, dass die Entscheidung des autonomen Bildungsbüros der Flämischen Gemeinschaft, das Tragen religiöser Symbole in allen Schulen unter seiner Aufsicht zu verbieten, und die Entscheidung der Französischen Gemeinschaft, die Entscheidung über diese Frage den einzelnen Schulen zu überlassen, möglicherweise den Weg für die Diskriminierung von Angehörigen bestimmter ethnischer Minderheiten ebnen könnten.</em></p>
<p style="font-weight: 400;">In diesem Zusammenhang merkt der Gerichtshof an, dass :</p>
<p style="font-weight: 400;"><em>Was die Positionen der UN-Organe betrifft, auf die sich die Drittparteien beziehen (Absätze 35 und 36 oben), stellt der Gerichtshof fest, dass viele von ihnen einen sehr weiten Anwendungsbereich haben, da sie über das Verbot des Tragens von Glaubensbekenntnissen im Unterricht der Flämischen Gemeinschaft hinausgehen. In jedem Fall könnten diese Positionen nicht ausschlaggebend sein, wenn der Gerichtshof die Vereinbarkeit des strittigen Verbots mit der Konvention, deren Einhaltung er sicherstellt, beurteilt (Humpert und andere v. Deutschland [GC], Nr. 59433/18 und drei andere, § 127, 14. Dezember 2023), zumal der Gerichtshof bereits über eine umfangreiche Rechtsprechung zu der vorliegenden Frage verfügt (Absätze 62-66 oben). Wie dem auch sei, es wurde nicht nachgewiesen, dass das strittige Verbot von irgendeiner Form von Feindseligkeit gegenüber Personen muslimischen Glaubens inspiriert war.</em></p>
<p style="font-weight: 400;">4° Schließlich stellt der Gerichtshof fest, dass im vorliegenden Fall GO und die Flämische Gemeinschaft im Einklang mit der Rechtsprechung des Gerichtshofs gehandelt haben und daher keine Verletzung von Artikel 9 vorliegt. Vor allem betont der Gerichtshof, dass :</p>
<p style="font-weight: 400;"><em>"Minderjährige Schüler sind ihrerseits in höherem Maße gefährdet. Der Gerichtshof hat in dieser Hinsicht bereits entschieden, dass ein den Schülern auferlegtes Verbot des Tragens religiöser Symbole gerade dem Bestreben entsprechen kann, jede Form von Ausgrenzung und Druck unter Achtung des Pluralismus und der Freiheit anderer zu vermeiden (siehe u. a. Dogru, a. a. O., §§ 70-72 und Bayrak, a. a. O.)".</em></p>
<p style="font-weight: 400;">Abschließend bleibt zu hoffen, dass diese Entscheidung, wie viele andere auch, den Standpunkt derjenigen stärken wird, die Schüler vor dem Proselytismus ihrer Mitschüler schützen wollen. Das Verbot auffälliger religiöser Symbole (das sich wie in diesem Fall sowohl auf das Kopftuch als auch auf Kreuze oder die Kippa bezog) ist keine Islamophobie. Im Gegensatz zu dem, was die Equality Law Clinic der ULB behauptete, diskriminiert das Verbot nicht ethnische Minderheiten. Im Gegenteil, es schützt das Recht einiger Angehöriger eben dieser Minderheiten, freie Prüfung zu praktizieren und identitätsbezogene Einschließungen abzulehnen. Freiheit ist nicht die Freiheit von Gruppen, die vor allem aus Aktivisten bestehen, sondern muss immer die Freiheit des Einzelnen sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="font-weight: 400;">Claude Wachtelaer,</p>
<p style="font-weight: 400;">Past Präsident</p><p>The post <a href="https://aepl.eu/de/voile-a-lecole-il-nest-nicht-verboten-verboten/">Voile à l&rsquo;école, il n&rsquo;est pas interdit d&rsquo;interdire</a> appeared first on <a href="https://aepl.eu/de">Association Européenne de la Pensée Libre</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Die antieuropäischen Wahnvorstellungen von Michel Onfray</title>
		<link>https://aepl.eu/de/die-anti-europaischen-delire-von-michel-onfray/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Guy T hooft]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Apr 2024 08:56:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Info Lettres]]></category>
		<guid ispermalink="false">https://aepl.eu/?p=907</guid>

					<description><![CDATA[<p>Schon seit einiger Zeit lösen die Reden von Michel ONFRAY bei mir eine Mischung aus Überraschung und Ärger aus. Da er überall sein will, scheint unser Philosoph nicht mehr zu wissen, wohin er geht, was ihn aber nicht daran hindert, dorthin gehen zu wollen...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="font-weight: 400;">Schon seit einiger Zeit lösen Michel ONFRAYs Reden bei mir eine Mischung aus Überraschung und Verärgerung aus. Da er überall sein will, scheint unser Philosoph nicht mehr zu wissen, wohin er geht, was ihn aber nicht daran hindert, um jeden Preis dorthin zu wollen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Wenn man nicht mehr wirklich versteht, ob Herr ONFRAY immer noch Atheist ist oder ob er immer noch die Werte der Aufklärung verteidigt, überleben einige starke Ideen in einem Diskurs, den ich immer verwirrender finde. Es besteht kein Zweifel daran, dass ONFRAY Souveränist und Anti-Maastrichtler ist. Seine Besessenheit von diesem Vertrag führt ihn zu intellektuellen Kühnheiten, die manchmal erstaunlich sind. Dies ist der Fall anlässlich der Veröffentlichung der letzten Ausgabe der Vierteljahreszeitschrift  <em>VOLKSFRONT'.<a href="applewebdata://71349B9A-1726-427B-AF48-31A87ABB17C5#_ftn1" name="_ftnref1"><strong>[1]</strong></a> </em>die er leitet und als Waffe gegen die Europäische Union einsetzt, die allein durch die Bezeichnung "maastrichtianisch", die er ihr systematisch hinzufügt, eindeutig verurteilt wird.</p>
<p style="font-weight: 400;">Diese Ausgabe vereint rund 15 Beiträge unter dem allgemeinen Titel <em>L'Europe démystifiée, vie et mort d'un empire (Europa entmystifiziert, Leben und Tod eines Imperiums). </em>Es überrascht nicht, dass alle diese Artikel von Souveränisten stammen, für die die Europäische Union die Ursache allen Unglücks in Europa, aber vor allem in Frankreich, darstellt.</p>
<p style="font-weight: 400;">Es ist natürlich M. ONFRAY, der in zwei langen Artikeln die Anklage anführt. Der Leitartikel mit der Überschrift <em>Das Totem ist tabu, neue Besetzung, neuer Widerstand, neue Zusammenarbeit<a href="applewebdata://71349B9A-1726-427B-AF48-31A87ABB17C5#_ftn2" name="_ftnref2"><strong>[2]</strong></a>, </em>geht von einem recht überraschenden Analysewinkel aus und beschreibt einen nicht sehr erfreulichen Werdegang.</p>
<p style="font-weight: 400;">Es geht natürlich darum, die ganze Perversität des europäischen Projekts anzuprangern und auf sein baldiges Ende zu hoffen. Man muss also damit beginnen, daran zu erinnern, dass alle Zivilisationen mit einem Mord beginnen, der befruchtende Eigenschaften hat. Man wird sich also auf Kain und Abel und Christus berufen, um zu Ludwig XVI. und seinem Sohn zu gelangen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Dieser historische Rückblick, den ich gekürzt habe, ermöglicht es, auf das maastrichterliche Europa zu kommen und dieses zu beschuldigen, es besser (oder schlechter) gemacht zu haben als die Vergangenheit. Seine Gründer seien in der Tat die zufriedenen Erben aller Totalitarismen des 20.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die EU wurde also auf einem Haufen von Leichen errichtet, aber sie hat auch, so ONFRAY, von der kulturellen Wüste profitiert, die durch den Tod vieler Intellektueller während des Ersten Weltkriegs entstanden ist, die nur schlecht durch andere ersetzt werden konnten.<em>, zerbrochene Gehirne</em> durch den Krieg, die Ideen hervorbringen werden, die Herr ONFRAY wahrscheinlich nicht teilt. Surrealismus, Dadaismus, Dodekaphonismus werden mit demselben Etikett versehen: Nihilisten. Von hier aus kann unser Philosoph allmählich in Richtung Faschismus und Nationalsozialismus abgleiten, was, wenn man den Text noch einmal genau liest, das ultimative Ziel der Demonstration ist. Über einen langen Umweg über REBATET soll gezeigt werden, dass Europa nur einen wahren Vater hat, Walter HALLSTEIN, und dass der erste Präsident der Europäischen Kommission ein bekennender Nazi war.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Anschuldigung, deren Schwere man ermessen kann, übernimmt fast wortwörtlich diejenige aus einem Artikel des Figaro<a href="applewebdata://71349B9A-1726-427B-AF48-31A87ABB17C5#_ftn3" name="_ftnref3">[3]</a>vom 4. März 2019, unterzeichnet von Eric RIOUFOL, der Behauptungen aus einem Buch von Philippe de VILLIERS wiedergibt.<a href="applewebdata://71349B9A-1726-427B-AF48-31A87ABB17C5#_ftn4" name="_ftnref4">[4]</a>. Sie beruht auf mindestens einer faktischen Lüge, da ONFRAY Wikipedia beschuldigt, diese Wahrheit zu verschleiern, obwohl die Seite, die Hallstein gewidmet ist, sehr deutlich auf seine Aktivitäten während des Krieges hinweist.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Demonstration wird durch die Anschuldigungen gegen Jean MONNET und Robert SCHUMAN verstärkt. Ersterer wird beschuldigt, ein Vichyist zu sein, weil er angeblich die petainistische Kaderschule in Uriage besucht habe, aber ONFRAY sagt nicht, wie MONNET das Kunststück hätte vollbringen können, während dieser Zeit sowohl in Frankreich als auch in London und später in Washington zu sein. Die Quelle ist hier wiederum Philippe de Villiers und wurde möglicherweise nicht sorgfältig überprüft. Wie auch immer, wenn es einen Aufenthalt in Uriage gab, war er kurz und man muss auch daran erinnern, dass die Schule von der Vichy-Regierung geschlossen wurde, weil sie sich schnell in der Opposition gegen das Regime und dann im Widerstand engagierte.  Was SCHUMAN betrifft, so ist es zwar richtig, dass er bei der Befreiung mit nationaler Unwürdigkeit belegt wurde (was das Argument ist, das verwendet wird, um aus ihm einen Quasi-Kollaborateur zu machen), doch die Wahrheit zwingt zu der Feststellung, dass dies geschah, weil Schuman am 16. Juni 1940 von Pétain zum Minister ernannt worden war, ohne konsultiert worden zu sein, und er zurückgetreten war, ohne je gesessen zu haben!</p>
<p style="font-weight: 400;">Merkwürdig ist auch die Selektivität, die Michel ONFRAY bei der Auswahl seiner Ziele an den Tag legt. Wenn man ihm glaubt, gibt es also nur drei Väter Europas, die alle drei der skandalösen Sympathien verdächtig sind. Andere, die alle gemeinsam haben, dass sie dem Faschismus oder dem Nationalsozialismus widerstanden haben, fehlen seltsamerweise. Es wird also kein Wort über de GASPERI, MANSHOLT, SPAAK oder SPINELLI verloren. Sie stören zweifellos die Demonstration.</p>
<p style="font-weight: 400;">Aber all das ist nicht wirklich wichtig, weil wir noch nicht am Ende der Argumentation angelangt sind. Dass die EU von ehemaligen Kollaborateuren gegründet wurde, ist keine Überraschung, da sich diese ehemaligen Kollaborateure in Wirklichkeit in den Dienst der neuen Besatzer gestellt haben. Einmal Kollaborateur, immer Kollaborateur, selbst wenn sie den Herrn wechseln.</p>
<p style="font-weight: 400;">Und daher den AMGOT zu kündigen (<em>Allied Military Government of Occupied Territories) </em>die alle vergessen haben. Offensichtlich wird dieses kurzlebige amerikanische Projekt zur Bevormundung der befreiten Länder im Geiste von Herrn ONFRAY bis heute fortgesetzt, da er nicht zögert zu schreiben, dass <em>"de Gaulle war gegen dieses Projekt, Mitterrand bemühte sich, es zu ermöglichen".</em> Die Idee, die in einigen amerikanischen Kreisen entstand und von ROOSEVELT unterstützt wurde, beruhte auf der Frage, ob es in den befreiten Ländern legitime Regierungen gab und ob diese in der Lage waren, die verwüsteten Länder zu verwalten. Doch während Frankreich tatsächlich ein Problem darstellte, musste die AMGOT in anderen Ländern wie Belgien, wo die Regierung wenige Tage nach der Befreiung Brüssels aus London zurückkehrte, nie eingerichtet werden.  Zumindest würde man gerne verstehen, wie ein Projekt, das nie umgesetzt wurde, fast vierzig Jahre später seinen Einfluss ausüben konnte, aber die Stärke von Fantasien ist, dass sie ohne ernsthafte Beweise auskommen. Und obwohl man weiß, dass die Amerikaner Angst vor möglichen kommunistischen Staatsstreichen hatten, hat unser Autor keine Kritik an de Gaulle, der diese 44 in seine Regierung holte, obwohl sie doch große Bewunderer des großen Stalin waren, dessen Freiheitsliebe eine bekannte Eigenschaft ist.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Maastrichter, wie sie von Herrn ONFRAY genannt werden, sind auch für eine andere Untat verantwortlich. Sie begnügen sich nicht damit, die EU dem Willen der USA zu unterwerfen, sondern missbrauchen auch Victor Hugos berühmte Rede aus dem Jahr 1849 zugunsten des Aufbaus Europas<a href="applewebdata://71349B9A-1726-427B-AF48-31A87ABB17C5#_ftn5" name="_ftnref5">[5]</a> und in dem die Gründung der Vereinigten Staaten von Europa gefordert wurde. Wenn Sie dachten, dass dieser Text der Ausgangspunkt für ein schönes humanistisches Projekt war, das sich in der Versöhnung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs konkretisieren sollte, dann irren Sie sich. Herr ONFRAY wird Ihnen die Augen öffnen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Hugo hatte, ganz im Sinne des Zeitgeistes, die Ungeschicklichkeit zu sagen, dass sein Projekt darauf abzielte <em>'der Barbarei die Zivilisation bringen'.</em>. Man kann diese Äußerungen, wie die der meisten Intellektuellen der damaligen Zeit, als paternalistisch und das Bestreben, andere gegen ihren Willen glücklich zu machen, als fragwürdig ansehen. Es ist jedoch ein intellektueller Spagat, daraus abzuleiten, wie unser Philosoph nicht zögert zu schreiben, dass <em>"dieses Europa, das von den Maastrichtianern gepriesen wird, schlägt eindeutig ein kolonialistisches, rassistisches, eurozentrisches Projekt vor".</em></p>
<p>ONFRAY schließt damit den Kreis seiner Demonstration. Die EU wurde von Nazis und Kollaborateuren gegründet und hat sich von Victor HUGO, einem Rassisten, inspirieren lassen, um ein verabscheuungswürdiges Projekt aufzubauen. Die einzige Alternative ist der Souveränismus: <em>"Der Souveränismus nennt den Widerstand gegen diesen neuen AMGOT. Wer diesen Widerstand verweigert, kollaboriert.<a href="applewebdata://71349B9A-1726-427B-AF48-31A87ABB17C5#_ftn6" name="_ftnref6"><strong>[6]</strong></a></em>.</p>
<p style="font-weight: 400;">Man könnte meinen, dass alles, was übertrieben ist, bedeutungslos ist, und ONFRAY seinen Wahnvorstellungen überlassen. Man könnte auch hoffen, dass er es dabei belässt. Aber nein, Herr ONFRAY hat andere Ziele, die er in einem zweiten Artikel mit der Überschrift <em>'Der neue europäische Mensch<a href="applewebdata://71349B9A-1726-427B-AF48-31A87ABB17C5#_ftn7" name="_ftnref7"><strong>[7]</strong></a>.</em></p>
<p style="font-weight: 400;">Das erste Opfer des Zorns unseres obersten Souveränisten ist überraschend. Es handelt sich um Abbé GREGOIRE, eine große Figur der Französischen Revolution, die dafür bekannt ist, dass sie sich - im Prinzip - für eine Verbesserung des Status der Juden in Frankreich eingesetzt hat. Ich sage im Prinzip, weil ich, wie viele andere auch, naiv glaubte, dass Abbé Grégoire ein Humanist war. Doch Herr ONFRAY hat mir die Augen geöffnet. Grégoire ist in Wirklichkeit ein Antisemit, denn als er ein <em>"Versuch über die physische, moralische und politische Regeneration der Juden".</em>Wenn Sie sich nicht an die Regeln halten, zeigt er, dass sie ... degeneriert sind!</p>
<p>ONFRAY geißelt in zahlreichen Schriften den Wokismus. In diesem Fall ist es merkwürdig, dass er in die Falle einer typischen Woke-Argumentation tappt. Wenn er den Text des Abbé kritisiert und schreibt <em>"Je weniger Juden jüdisch sein werden, je mehr sie sich ihres Judentums und ihrer Jüdischkeit entledigen, desto akzeptabler, verteidigbarer, annehmbarer, legitimer werden sie sein. Mit einem Wort: Je weniger Juden Juden sein werden, desto mehr werden sie republikanische Bürger sein [...]".</em>Er ist Teil der Woke-Logik der Zuweisung. Der Fehler von Abbé Gregoire bestand also darin, dass er die Juden aus ihrer Lage befreien und sie zu Bürgern wie alle anderen machen wollte - in der Tat ein großes Verbrechen.</p>
<p style="font-weight: 400;">In Wirklichkeit interessiert sich Herr ONFRAY nicht für Abbé Grégoire, diese historische Referenz ist nur ein Vorwand. Robert BADINTER hat ein Vorwort zu dem Essay des Abbé verfasst, und BADINTER ist ein Diener von MITERRAND, dem Erzfeind unseres Philosophen, das rechtfertigt viele intellektuelle Umschweife.</p>
<p style="font-weight: 400;">Dieser zweite Text, den ich nicht im Detail analysieren werde, ist aufschlussreich für die Technik von M. ONFRAY. Eine dicke Schicht Gelehrsamkeit, aber wenig detaillierte Argumentation. Eine sprunghafte Entwicklung der Beweisführung, die den Leser in die Irre führt und es ermöglicht, von Kain und Abel über das elende Schicksal von Ludwig XVII. bis zum AMGOT zu gelangen; von Abbé Gregoire über Guy Deleuze und Françoise Dolto bis zu Elon Musk. All diese Umwege führen im Übrigen immer zum selben Punkt, Maastricht und die EU, die Ursache all unserer Übel. Zu dieser Methode des Zickzackkurses kommt noch die selektive Beleuchtung der in Frage gestellten Persönlichkeiten hinzu. ONFRAY ist nicht sehr differenziert. Wenn er Abbé Grégoire des Antisemitismus beschuldigt, erwähnt er mit Bedacht nicht, dass dieser auch ein Vorkämpfer gegen die Sklaverei war, ebenso wie er Hugos Rede nicht in den Kontext der damaligen Zeit stellt. Was er über Monnet oder Schuman sagt, ist unvollständig, voreingenommen und schlecht recherchiert. Er achtet auch darauf, alles auszublenden, was seinen Thesen widersprechen würde.</p>
<p style="font-weight: 400;">Nichts in all dem lässt eine klare Identifizierung des politischen Projekts von Herrn ONFRAY zu. Sein Souveränismus ist rein beschwörend, wie auch der der meisten anderen Beiträger dieser Ausgabe. Es ist das Recht eines jeden, für den Frexit zu sein, aber das Mindeste, was seine Befürworter tun können, wäre beispielsweise, die praktischen Folgen eines Austritts aus dem Euro oder der GAP zu erklären. Das intellektuelle und moralische Wohlbefinden der Franzosen, die endlich ihren Namen und ihre Flagge aus den Klauen der verfluchten Maastrichter gerissen haben, ist eine Sache, sie über den Zustand zu informieren, in dem sich ihre Brieftasche befinden wird, ist ebenfalls ein interessantes Thema.</p>
<p style="font-weight: 400;">Drei Monate vor den Europawahlen schlägt sich Herr ONFRAY entschieden auf die Seite der Feinde der EU, was sein gutes Recht ist. Aber ist es vernünftig, die EU zu schwächen, wenn sie schon genug Feinde außerhalb der EU hat? Ich bin zwar der Meinung, dass das Europa der 27 bei weitem nicht das Paradies auf Erden ist, aber was mir Putins Russland oder Xis China bieten, inspiriert mich weitaus weniger. Jeder hat seinen eigenen Geschmack. Ein Beitrag zur Weiterentwicklung eines interessanten, aber unvollkommenen europäischen Modells ist eine bürgerliche Initiative, das Schüren von Verschwörungstheorien ist ein gefährliches Spiel für die Freiheit.</p>
<p style="font-weight: 400;">
<p style="font-weight: 400;">Claude WACHTELEAR, Past President</p>
<p><a href="applewebdata://71349B9A-1726-427B-AF48-31A87ABB17C5#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> <em>L'Europe démystifiée, vie et mort d'un empire (Europa entmystifiziert, Leben und Tod eines Imperiums)</em>Volksfront Nr. 16, März, April, Mai 2024.</p>
<p><a href="applewebdata://71349B9A-1726-427B-AF48-31A87ABB17C5#_ftnref2" name="_ftn2">[2]</a>  A.a.O., S. 2-9.</p>
<p><a href="applewebdata://71349B9A-1726-427B-AF48-31A87ABB17C5#_ftnref3" name="_ftn3">[3]</a> RIOUFOL, Ivan, <em>Europäische Union: Eine Vergangenheit, die stinkt &lt;</em><a href="https://www.lefigaro.fr/blogs/rioufol/2019/03/la-peste-brune-racine-aux-raci.html"><em>https://www.lefigaro.fr/blogs/rioufol/2019/03/la-peste-brune-racine-aux-raci.html</em></a><em>&gt;</em></p>
<p><a href="applewebdata://71349B9A-1726-427B-AF48-31A87ABB17C5#_ftnref4" name="_ftn4">[4]</a> de Villiers, P, <em>Ich habe am Faden der Lüge gezogen und alles ist gekommen, </em>Fayard, 2019. Das Buch löste eine Polemik aus und die Reaktion eines Historikerkollektivs erschien in Le Monde unter dem Titel :<em>"Philippe de Villiers hat nicht das Recht, die Geschichte der EU im Namen einer Ideologie zu verfälschen".</em> <em>Das jüngste Werk des ehemaligen Abgeordneten und überzeugten Europakritikers über die Ursprünge des europäischen Aufbauwerks ist "ein Gewebe aus Scheinargumenten, das für Verschwörungstheorien typisch ist", kritisiert ein Kollektiv europäischer Akademiker, die auf zeitgenössische Geschichte spezialisiert sind, in einem Beitrag für "Le Monde".</em>, 17/12/2020</p>
<p><a href="applewebdata://71349B9A-1726-427B-AF48-31A87ABB17C5#_ftnref5" name="_ftn5">[5]</a> <em>Rede über die Vereinigten Staaten von Europa auf dem internationalen Friedenskongress 1849 in Paris,</em><a href="https://fr.wikisource.org/wiki/Discours_sur_les_%C3%89tats-Unis_d%E2%80%99Europe_au_congr%C3%A8s_international_de_la_paix_en_1849_%C3%A0_Paris"><em>https://fr.wikisource.org/wiki/Discours_sur_les_%C3%89tats-Unis_d%E2%80%99Europe_au_congr%C3%A8s_international_de_la_paix_en_1849_%C3%A0_Paris</em></a></p>
<p><a href="applewebdata://71349B9A-1726-427B-AF48-31A87ABB17C5#_ftnref6" name="_ftn6">[6]</a> A.a.O., S.9.</p>
<p><a href="applewebdata://71349B9A-1726-427B-AF48-31A87ABB17C5#_ftnref7" name="_ftn7">[7]</a> Op. cit. pp 54-63.</p><p>The post <a href="https://aepl.eu/de/die-anti-europaischen-delire-von-michel-onfray/">Les délires anti-européens de Michel Onfray</a> appeared first on <a href="https://aepl.eu/de">Association Européenne de la Pensée Libre</a>.</p>
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